St. Bonifatius Wiesbaden

Gemeindebrief 5/2015

Theologie SpiritualitätBenjamin Dahlhoff

Marienmonat Mai

Die Titelseite des Gemeindebriefes zeigt eine Marienfigur in unserer Kirche St. Andreas

Die Titelseite des Gemeindebriefes zeigt eine Marienfigur in unserer Kirche St. Andreas

Grußwort von Schwester Cordula-Maria

Schwester Cordula-Maria

Schwester Cordula-Maria

Liebe Pfarrfamilie der Kirchengemeinde St. Bonifatius! Ihr Gemeindebrief hat in diesem Monat einen „außerpfarrlichen“ Impuls vom Wiesbadener Westen: Ich bin Schwester Cordula-Maria, gehöre zur Schönstattbewegung und lebe seit 2 ½ Jahren als Wallfahrtsreferentin im Pater-Kentenich-Haus und in der Schönstatt-Kapelle auf dem Freudenberg, als Nach- folgerin von Schwester Rosemarie. 

Unsere Kapelle ist täglich geöffnet. Wenn man hereintritt, empfängt einen der Blick von Maria und dem Jesuskind. Das Bild im Hochaltar prägt jede der weltweit ca. 200 Schönstatt-Kapellen. In der Ruhe und Stille innehalten, sich anschauen lassen und den Blick erwidern... Eine Bekannte wagte sich kürzlich erstmals hinein:  „Was suchen die Menschen dort?“ fragte sie. - „Vielleicht einen Ort der Geborgenheit, ein Zuhause?“ – „Ja,“ nickte sie, „aber man findet dort auch viel Trost!“

Wer ist Maria? Die Kirche verehrt Maria als Mutter: Mutter Jesu, Mutter der Kirche, unsere Mutter. Maria hat „Ja“ gesagt zum Angebot Gottes für einen abenteuerlichen Weg. Maria hat vertraut, dass Gott es gut meint. Der Weg war eine Herausforderung bis zum Kreuz und darüber hinaus. Die lebendige Beziehung zu Gott half ihr, dieses „Ja“ zu leben und es den Aposteln vorzuleben, bis der Heilige Geist auch auf sie herabkam. 

Wer ist Maria für mich? Trösterin und Zuhörerin? Freundin und Erzieherin? Sie hilft, Gottes Willen für heute zu erkennen. Maria hilft und fordert heraus, den Auftrag Gottes für das eigene Leben zu erkennen und zu leben, in der eigenen Familie, am Kirchort, mitten in der Welt. Gottes Auftrag ist immer einzigartig und letztlich Weg zu einem Leben in Fülle. Wie kann das gehen? Ausprobieren!
Eine Möglichkeit dazu bietet sich am 1. Mai 2015:  Alle Gemeinden Wiesbadens kommen zur Eröffnung der Wiesbadener Maiandachten an der Schönstatt-Kapelle zusammen. Als Zelebrant für die Maiandacht hat Pater Lothar Herter aus Schönstatt zugesagt, der kein Unbekannter in Wiesbaden ist. Auf eine Begegnung mit Ihnen bei dieser Gelegenheit freut sich

Sr. Cordula-Maria, 
Wallfahrtsreferentin der Schönstattfamilie 

Wer bist Du Maria?

Maria ist nicht nur eine biblische Gestalt. Durch die Geburt Jesu hat sie geschichtlich und theologisch eine besondere Rolle. Bis heute vertrauen sich ihr viele Millionen Menschen an und bitten sie um ihren Beistand. Wer ist diese Frau? Was kann sie uns lehren?

Krypta / Kapelle in St. Mauritius. Foto: B. Dahlhoff

Krypta / Kapelle in St. Mauritius. Foto: B. Dahlhoff

Wer bist Du Maria? Du hast einfach JA gesagt, als dir die Geburt Jesu angekündigt wurde. Du hast JA gesagt, nicht wissend, was dich erwartet. Du hast JA gesagt, ohne eine Ahnung, welche Konsequenzen das haben wird. War Dein Glaube so stark, so tief verwurzelt? Oder hast Du geahnt, dass Gott dich begleiten wird, dass er dir die nötige Kraft geben wird? Dürfen wir, so wie du, alles loslassen, alle Bedenken über Bord werfen, wenn Gott uns ruft? Du lädst auf unfassbare Weise dazu ein, unser Leben ganz in Gottes Hände zu geben. Du lehrst uns, zu Gottes Wegen ja zu sagen und ihm ganz zu vertrauen. 

Wer bist Du Maria? Du machst dir große Sorgen, als dein zwölfjähriger Sohn auf der Wallfahrt verschwindet und du ihn erst nach Tagen wieder findest. Wo ist dein Gottvertrauen hin? Oder lehrst Du mich gerade, dass ich bei allem Gottvertrauen auch ganz Mensch bleiben darf? Mensch mit allen Sorgen und Nöten - einfacher Mensch, der auch Angst haben darf? Ist es diese Spannung, die du mich lehren willst? Die Spannung zwischen dem Gottvertrauen aber auch dem Annehmen meiner Ängste?

Marienstatue in unserer Kirche "Maria Hilf". Foto: B. Dahlhoff

Marienstatue in unserer Kirche "Maria Hilf". Foto: B. Dahlhoff

Wer bist Du Maria? Bei der Hochzeit zu Kanaan sagst du „was er Euch sagt, das tut“. Das ist sehr gewagt! Und wenn es schief gegangen wäre? Wenn das mit dem ersten Zeichen nicht funktioniert hätte? Wie peinlich für Dich und für Jesus. Er hätte sich wohl kaum noch in diesen Kreisen blicken lassen können. Woher nahmst Du diese Gewissheit, diese Sicherheit? Willst Du mich lehren, dass ich Gott mehr zutrauen soll? Willst Du mich lehren, dass Christus alles wandeln kann? Auch mich? Dass er auch aus dem alltäglichen „Wasser meines Lebens“ kostbaren Wein machen kann?

Wer bist Du Maria? Alle hatten sie Angst und haben sich versteckt. Aber Du? Du stehst direkt unterm Kreuz. Du schaust nicht weg, als dein Sohn gequält und gekreuzigt wird. Du bleibst bei ihm. Du stehst zu ihm – auch in dieser Stunde! Du gehst dem Schmerz nicht aus dem Weg – weder seinem Schmerz, noch deinem Schmerz. Willst Du mich lehren, dem Schmerz nicht aus dem Wege zu gehen? Weder meinem, noch dem der anderen? Lehrst Du mich, Leid anzunehmen? Willst Du mich lehren, dass man mit Gottes Hilfe auch im tiefsten Leid noch aufrecht stehen kann? Zeigst Du mir, was es heißt, zu den Menschen zu stehen, die Gott mir anvertraut hat?

Wer bist Du Maria? Millionen von Menschen vertrauen Dir und wenden sich in ihren Nöten an dich. Was erfahren sie, dass sie dir so vertrauen? Warum wenden sich gerade die ärmsten der Armen an dich? Bist Du ihnen so nahe? Schenkst Du ihnen durch deine Menschlichkeit und deinen Schmerz die Gewissheit, dass Du sie verstehst? Dass Du ihre Wege kennst und mit ihnen gehst? 
Wer bist Du, das unzählige Menschen an Wallfahrtsorten bezeugen „Maria hat geholfen!“?
Wer bist Du Maria? Wer bist Du für mich? Der Monat Mai lädt uns dazu ein, Maria und ihr Leben zu betrachten. Der Mai lädt uns ein, zu ihr zu beten und der Frage nach zu gehen: Wer bist Du Maria? 

Andreas Schuh, Gemeindereferent

Mai- und Marienandachten

Auszug auf dem Gemeindebrief: