St. Bonifatius Wiesbaden

Theologie Spiritualität

„Ich taufe dich im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes

Gemeindebrief, Theologie SpiritualitätPhilippe Jaeck

Drei Erwachsene empfangen in der Osternacht in St. Bonifatius die Taufe

Ein Dreivierteljahr lang haben sie sich vorbereitet, nun ist es soweit: Zwei Frauen und ein Mann werden in der Osternacht getauft, und zugleich werden sie das Sakrament der Firmung und zum ersten Mal die heilige Eucharistie empfangen. Drei neue Christen, die sich bewusst für ein Leben mit Jesus entschieden haben – ein Grund zu Freude!

Wie wir alle wissen, genießt die katholische Kirche in der Öffentlichkeit in diesen Tagen nicht gerade den besten Ruf. Umfragen zeigen regelmäßig, dass sogar Wirtschaftsunternehmen oder der Bundesregierung mehr Vertrauen entgegengebracht wird als uns.Und auch in der innerkirchlichen Diskussion wird ihr Zustand im Augenblick von verschiedensten Seiten als alles andere als gut beurteilt. Was bewegt also jemanden, sich heute noch katholisch taufen zu lassen?

Zumindest bei jenen drei Menschen, die nun an Ostern in St. Bonifatius getauft werden, waren es Begegnungen, die sie angesprochen haben. In der Familie oder im Freundeskreis haben sie Menschen getroffen, die in überzeugender Weise aus dem Glauben leben, für die Jesus Christus der Lebensmittelpunkt ist. Zunächst im persönlichen Suchen und Erkunden und dann im Katechumenats-Kurs haben sie etwas von dem großen Schatz unseres Glaubens entdeckt.

Themen der Abende waren neben den Grundfragen des menschlichen Daseins und den Antworten des christlichen Glaubens darauf besonders auch die heilige Schrift und die Liturgie der Kirche. Dazu kommen die zentralen Etappen auf dem Weg zur Taufe: die feierliche Aufnahme in den Katechumenat, die Feier der Zulassung der Taufe durch den Bischof im Limburger Dom und die Katechumenensalbung im Rahmen einer Wallfahrt nach Marienthal im Rheingau.

Ziel des Kurses, den Pastoralreferentin Anna Niem (jetzt in Frankfurt) gemeinsam mit Pfr. Nebel entwickelt hat, ist es, nicht nur die Glaubensinhalte an den Mann bzw. die Frau zu bringen, sondern den Glauben in seinen verschiedenen Dimensionen zu erfahren. Natürlich kann so ein Kurs in der begrenzten Zeit nur ein Anfang sein, der die wichtigsten Grundlagen und die nötigen Instrumente liefert, um selbst den Reichtum der Bibel und unserer Tradition zu entdecken – und vor allem, um eine persönliche Beziehung zu Gott aufzubauen.

Auch dafür ist das Entscheidende aber die Taufe selbst, das Bad der Wiedergeburt zum neuen und ewigen Leben mit Christus. Nirgendwo wird das so eindringlich erfahrbar wie in der Osternacht:

„Dies ist die Nacht, die alle, die an Christus glauben, scheidet von den Lastern der Welt, dem Elend der Sünde entreißt, ins Reich der Gnade heimführt und einfügt in die heilige Kirche.“

so beschreibt das Exsultet, das feierliche Osterlob, was in der Taufe geschieht.

Für mich persönlich war es eines der „Highlights“ bisher hier Wiesbaden, unsere drei Taufbewerber ein Stück des Weges begleiten zu dürfen. In einer herausfordernden Zeit sind sie für mich ein Hoffnungszeichnen. Ganz besonders schön ist es, dass in der Osternacht neben den drei Erwachsenen auch die kleine Tochter eines der Taufbewerber gemeinsam mit ihrem Vater das Sakrament der Taufe empfangen wird.

Kaplan Johannes Funk