St. Bonifatius Wiesbaden

Ausbildungsbetrieb Kirchengemeinde

Gemeindebrief, Gesichter der PfarreiPhilippe Jaeck

Die Kirchengemeinde St. Bonifatius bildet aus - nicht nur Theologen

Der Mitarbeiter der Industrie- und Handelskammer war doch sichtlich überrascht, als er hörte, dass eine Kirchengemeinde einen Mediengestalter ausbilden will. Pfarrbüro und professionelle Mediengestaltung? Wie soll das gehen? Verständlich, wenn man sich erinnert, wie früher eine Pfarrei verwaltet wurde. Da war der Pfarrer im Pfarrhaus, vielleicht noch ein Kaplan in Ausbildung zum Pfarrer, die Pfarrsekretärin und der Küster. Das Bild der gemütlichen kleinen Pfarrei haben viele Menschen sicherlich noch im Kopf.

Nun finden in unserem Bistum schon seit Jahren Fusionen von Pfarreien statt. St. Bonifatius war eine der ersten „Großpfarreien” im Bistum Limburg und ist, was die Personaldecke angeht, beeindruckend aufgestellt: Drei Pfarrer, ein Kaplan, elf Gemeinde- und Pastoralreferenten, acht Mitarbeiter im Sekretariats- und Verwaltungsbereich, mehrere fest angestellte Küster in Teil- und Vollzeit. Dazu kommen in den Kindertagesstätten über 100 Mitarbeiter, von Pädagogen bis zu Küchenkräften mit unterschiedlichen Berufsbildern.

In den Kindertagesstätten gehört es schon lange zum Alltag, dass Erzieher ausgebildet werden und junge Menschen Praktika und Freiwilligendienste absolvieren. Derzeit werden in den sieben Einrichtungen 16 junge Menschen ausgebildet. Dort gehört es auch zur Normalität, dass Mitarbeiter geschult und weitergebildet werden. Die Kollegin Antonia Kimmling wurde eigens zur Koordination der Ausbildung im Rahmen des Bundesprogramms „Lernort Praxis” eingestellt.

 Andreas Schuh, Ruben Manger, Thomas Burek und Jutta Fechtig-Weinert

Andreas Schuh, Ruben Manger, Thomas Burek und Jutta Fechtig-Weinert

Im Bereich der pastoralen Arbeit haben wir seit zwei Monaten einen Gemeinde- und einen Pastoralassistenten. Beide, Ruben Manger und Thomas Burek, lernen nach ihrem Theologie-Studium in unserer Pfarrei die Berufspraxis in diesem Bereich kennen. In den zwei Jahren ihrer praktischen Ausbildung bekommen sie einen Einblick in die pastorale Tätigkeit, die von der Katechese mit den Jüngsten unserer Pfarrei bis hin zu den Gottesdiensten in den Altenheimen und schließlich auch den Beerdigungsdienst umfasst. Neben der Präsenz in der Pfarrei sind sie auch immer wieder zu Kurswochen im Bistum unterwegs, um sich mit den Auszubildenden anderer Pfarreien auszutauschen und sich in speziellen Feldern wie Weltkirche, Charismenorientierung oder Gesprächsführung weiterzubilden.

Zum Team der pastoralen Mitarbeitenden gehört auch unser Kaplan Frank Fieseler. Als Kaplan ist er Theologe und geweihter Priester, der gerade lernt, eine Pfarrei als zukünftiger Pfarrer zu leiten. Seine Ausbildung begann 2008 mit dem Eintritt ins Priesterseminar und dem Studium der Theologie. Im Anschluss an sein Studium besuchte er verschiedene Pastoralkurse und war bis zu seiner Diakonenweihe 2013 Pastoralpraktikant im Rheingau. Seine erste Stelle als Kaplan war in St. Anna Braunfels. Unsere Pfarrei ist seine zweite Stelle als Kaplan. Gegen Ende seiner Kaplanszeit wird er das „Pfarrexamen” ablegen.

Ganz neu ist nun, dass wir auch mit der IHK kooperieren, um auszubilden. Philippe Jaeck ist seit Oktober zwecks Umschulung als Auszubildender zum Mediengestalter Digital und Print bei uns beschäftigt. Er hilft fleißig mit, die unzähligen Projekte in dem Bereich zu stemmen. Ausbilder bin ich (Benjamin Dahlhoff) als Medienfachwirt. Derzeit setzt er sich mit Design, Typographie, Online-Recht, CSS, Javascript, Indesign und vielen anderen farbenfroh klingenden Dingen aus dem Bereich der Print- und Digitalmedien auseinander.
 

Die Kirchengemeinde ist also nicht nur Ausbildungsstätte für Theologinnen und Theologen, sondern ebenso für weltliche Berufe. Sie begegnet durch die Ausbildung dem Mangel an Fachkräften und leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Für viele Menschen bietet sie so einen wertvollen Einstieg in das Berufsleben.

Benjamin Dahlhoff