St. Bonifatius Wiesbaden

Gemeindebrief

Geh aus, mein Herz, und suche Freud‘!

Gemeindebrief, Theologie SpiritualitätPhilippe Jaeck
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Wir wünschen Ihnen, liebe Mitmenschen, für die kommenden Sommerwochen, dass Sie ein bisschen herauskommen aus Ihrem Alltag und Freude und Erholung finden. Einige Kolleginnen und Kollegen aus dem Pastoralteam von St. Bonifatius präsentieren Ihnen hier „liebgewonnene SommerTexte“ – Gedanken, Gebete und Gedichte für heiter-warme Momente der Freiheit und Freizeit!

Das Rosenbild, das unsere SommerGedanken begleitet und illustriert, steht für die „Fülle des Lebens“. Zweckfreie Schönheit. Großer Duft der weiten Welt – auch im eigenen Garten. Einfach nur so. Das ist Sommer. Das ist Urlaub. Vielleicht mit Begegnung in der Familie. Schauen Sie mal, wie die Rosen hier auf dem Titel Großfamilie symbolisieren: Vater, Mutter, Kind und Großeltern im Spiel von Zeit und Vergänglichkeit…


Carolin Enenkel:

Werden unsere Sommergedanken reines Gebet, dass Gott Ihnen auf allen Wegen des Sommer nahe bleiben möge!

Geborgen in Dir, Gott
Geborgen in Dir, Gott, atme ich ein,
schöpfe ich Hoffnung aus Brot und Wein.
Geborgen in Dir, Gott, lasse ich los
Und liege sicher in Mutters Schoß.
Geborgen in Dir, Gott, ruhe ich aus,
bin ich zufrieden bei Dir zu Haus.

Gerufen von Dir, Gott, horche ich hin,
frage ich staunend, wer ich wohl bin.
Gerufen von Dir, Gott, bin ich genannt,
bei meinem Namen in Deiner Hand.
Gerufen von Dir, Gott, sage ich ja,
mit Dir verbunden, so bin ich da.

Gehalten von Dir, Gott, wache ich auf,
wage ich tastend den Tageslauf.
Gehalten von Dir, Gott, stehe ich fest,
gehe und lebe, weil Du mich lässt.
Gehalten in Dir, Gott, schlafe ich ein
an jedem Abend, denn ich bin Dein.


Hajo Bücken & Peter Weber

Stefan Herok:

„Geh aus, mein Herz, und suche Freud!“ Bei uns im katholischen Milieu mehr als Volkslied bekannt, stammt es aus dem evangelischen Gesangbuch. Der lutherische Pastor Paul Gerhardt hat vor mehr als 350 Jahren den Text verfasst. Für mich ist es tatsächlich ein gesungenes Gebet. In 15 Strophen preist es im vielfachen Erleben der Natur Gott als unseren Schöpfer. Ich habe ein paar Strophen ausgewählt. Die mit den Bienen erinnert mich zurzeit besonders an unsere Verpflichtung, die Natur zu bewahren! Aus unserem Gotteslob empfehle ich Ihrer Lektüre zudem ein wunderschönes Lied mit der gleichen Intention: Nr. 855 „Mein Gott wie schön ist Deine Welt!“

1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben,
sich ausgeschmücket haben.

2. Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide,
als Salomonis Seide.
(Matthäus 6,28.29)

6. Die unverdrossne Bienenschar
fliegt hin und her, sucht hier und da
ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise,
in seinem schwachen Reise.

8. Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen,
aus meinem Herzen rinnen.

Text: Paul Gerhardt 1653
Melodie: August Harder vor 1813
Evangelisches Gesangbuch Nr. 503


Heiko Litz

Heiko Litz:

Ein Zitat von Astrid Lindgren, das für mich auch fast ein Gebet ist, aber mindestens Inbegriff sommerlichen Vergnügens vor allem meiner mittleren Tochter…

Jedes Jahr haben wir ein bisschen Bauchschmerzen
in der Kirschenzeit.

Und dann haben wir keine Bauchschmerzen mehr,
bis die Pflaumen reif sind.

Aus: Astrid Lindgren, „Immer lustig in Bullerbü“


Stefan Herok:

Ich höre so gerne unsere Dichter beten! Hier Hermann Hesse. Der liebe Gott hat ihnen besondere Sprachkraft verliehen. Und sie preisen ihn – als Sonne! Wie schön bekennen wir es in einem alten Glaubensbekenntnis für Jesus: Gott von Gott, Licht vom Licht

Magie der Farben

Gottes Atem hin und wider,
Himmel oben, Himmel unten,
Licht singt tausendfache Lieder,
Gott wird Welt im farbig Bunten.

Weiß zu Schwarz und Warm zum Kühlen
Fühlt sich immer neu gezogen,
Ewig aus chaotischem Wühlen
Klärt sich neu der Regenbogen.

So durch unsre Seele wandelt
Tausendfalt in Qual und Wonne
Gottes Licht, erschafft und handelt,
Und wir preisen ihn als Sonne.

Hermann Hesse: „Magie der Farben“, Insel Verlag, 2019


Marion Lindemann

Marion Lindemann:

Mein kleiner Bronzeengel ist mein treuester Reisebegleiter. Ein solcher möge Ihnen allen in diesen Wochen treu zur Seite stehen…

Er begleitet mich schon lange; zuverlässig ist er da, wenn ich ihn brauche. Würde mit mir bis ans Ende der Welt fahren. Mein kleiner Bronzeengel. Ich bekam ihn geschenkt, als ich vor Jahren eine größere OP hatte. Da hat er mich getröstet und beruhigt. Seitdem ist er bei Urlaubsreisen dabei. Längere Fahrstrecken verbringt er im Handschuhfach oder in der Handtasche. Am Urlaubsort liegt er im Blickfeld, strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Wenn ich den Engel in die Hand nehme, kommen manchmal Worte, Stoßgebet, Dank oder Bitte. Wichtiger als Worte ist zu spüren, dass er da ist. Wie Gott, unser Schöpfer, der gesagt hat „ICH BIN DA.“ Ich bin da für Dich, für Euch. Darauf kannst du dich verlassen.

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