St. Bonifatius Wiesbaden

Elternbefragung in den Kitas

Kinder Familie MinisBenjamin Dahlhoff

Die Kindertagesstätten der Pfarrei St. Bonifatius Wiesbaden stellen die Auswertung der aktuellen Elternbefragung vor.

Was sind unsere Stärken und wo können wir noch besser werden? Diesen Fragen stellten sich die Kita-Koordinatorin Dr. Julia Fauth und die Kita-Leitungen im Rahmen eines Gesprächs mit Eltern am 9. Juli 2014. Zuvor waren die Eltern der Kindertagesstätten, nicht nur im Pfarrgebiet von St. Bonifatius, sondern auch in anderen Pfarreien des Bistums, eingeladen worden, Fragen über die Einrichtungen zu beantworten. Die alle zwei Jahre stattfindende Umfrage hatte einen Rücklauf von 41% in diesem Jahr. Die Auswertung wurde vorgenommen von der „kom,ma“ Forschungs- und Beratungsgesellschaft mbH.

Im Vergleich zu anderen Dienstleistungsunternehmen stehen die Kindertagesstätten der Pfarrgemeinde gar nicht schlecht da. Bei einem Index, der auf verschiedenen Aspekten wie Gesamtbeurteilung, Empfehlung, Wiederanmeldung und Wettbewerbsfähigkeit beruht, erreichen die Einrichtungen den überdurchschnittlichen Wert von 72.

Durch die Auswertung der Fragen nach Wichtigkeit und Zufriedenheit der Befragten bei verschiedenen Leistungskriterien konnten Prioritäten für den Handlungsbedarf bestimmt werden. Grundlage dafür waren Fragen zu allgemeinen Rahmenbedingungen, Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern sowie Bildungs- und Betreuungsarbeit.
Stärken der Einrichtungen liegen demnach besonders in der Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, der Freundlichkeit, Höflichkeit und Wertschätzung des Personals gegenüber den Eltern, den vielfältigen Materialien für handwerkliche und gestalterische Arbeit, gemeinsamen Festen und Feiern sowie der christlichen Wertevermittlung. Schwächen hingegen sehen die Befragten vor allem in der Vorbereitung der Kinder auf die Schule, dem Umgang der Mitarbeiter mit Beschwerden und der Vernetzung zwischen Eltern und Erziehern.

Dr. Julia Fauth ist die Kita-Koordinatorin der Kirchengemeinde St. Bonifatius.

Dr. Julia Fauth ist die Kita-Koordinatorin der Kirchengemeinde St. Bonifatius.

Im Rahmen des Elterngesprächs bei der Ergebnisvorstellung wurden, auch mit Hilfe von Ursache-Wirkungs-Diagrammen, die möglichen Ursachen für die negativen Bewertungen in diesem Bereich erarbeitet. Kita-Koordinatorin Dr. Julia Fauth sieht als Ursache vor allem ein Defizit bei der Kommunikation, sowohl bei der Vermittlung der vorhandenen Vorschulprogramme, als auch im Beschwerdemanagement. Als Reaktion darauf werden bis Anfang 2015 die Mitarbeiter im Umgang mit Beschwerden geschult und es werden interne Strukturen dafür aufgebaut. „Für den Ideen- und Beschwerdeeingang haben wir eine Verantwortungsstruktur organisiert und die Erfassung aller relevanten Ideen- und Beschwerdeinformationen sichergestellt“, so die Kita-Koordinatorin Julia Fauth. „Wir agieren dabei nach dem sogenannten Complaint-Ownership-Prinzip. Demnach ist immer diejenige Person, die als erste von einem ‚Kunden‘, egal auf welchem Weg, über ein Problem informiert wird, dafür verantwortlich, dass dieses Problem als Beschwerde erkannt, erfasst und bearbeitet wird.“ Denn, so Fauth, „der Faktor Mensch ist gerade bei der Annahme mündlicher Beschwerden ein ganz entscheidender. Für die meisten Menschen ist ein Problem bzw. eine Beschwerde etwas Unangenehmes, das es zu vermeiden gilt. Nach all dem Gesagten ist dieses natürliche Verhalten allerdings kontraproduktiv im Sinne unserer Qualitätspolitik. Deshalb werden alle unsere Mitarbeitenden darin geschult, wie sie sich adäquat und situationsgerecht im Gespräch mit den Eltern verhalten können.“

Um das Vorschulkonzept zu formulieren und zu kommunizieren wurde außerdem eine einrichtungsübergreifende Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung von Thomas Bogner, Leiter der Kita St. Michael, gegründet. In der AG "vorschulische Erziehung" beschäftigten sich die dafür zuständigen Erzieher der Kitas St. Bonifatius zunächst damit, was vorschulische Erziehung insgesamt und speziell in den Kitas St. Bonifatius bedeutet. Anhand von gesammelten Zielen sowie Methoden wurde dann eine Definition des Arbeitsfeldes ausgearbeitet. Ferner wurde, in Kooperation mit der Stadt Wiesbaden, die Umsetzung der Wiesbadener Empfehlung in unseren Kitas nochmals unter die Lupe genommen. Hier wurde deutlich, dass wir bereits vieles, der in der Wiesbadener Empfehlung angeführten Prinzipien erfolgsorientiert umsetzen. 

Aus den bisherigen Ergebnissen wurde von den Beteiligten ein Artikel für unser Gesamtkonzept verfasst, der dazu dient, die Arbeitsergebnisse der Gruppe den Eltern transparent zu machen. In weiteren Treffen werden wir uns zukünftig gemeinsam anschauen, was genau wir noch verändern können, um vorschulische Erziehung in den Kitas der Pfarrei noch besser gestalten zu können.

Benjamin Dahlhoff