St. Bonifatius Wiesbaden

Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt

Gesichter der Pfarrei, GemeindebriefPhilippe Jaeck

Dieser Satz aus der geistlichen Tradition klingt erstmal recht widersprüchlich. Entweder werde ich geführt oder ich gehe meinen Weg… Wenn ich auf meinen Weg zur Priesterweihe vor 40 Jahren und auf meinem Weg als Priester zurückschaue, habe ich erkannt, dass Führung und Fügung, die ich erfahren habe, nicht etwas von Außen, sondern doch mein Eigenes war.

Dass ich mich auf diesen Weg begeben habe, war mir nicht in die Wiege gelegt. Noch während des Studiums, das ich in erster Linie aus Interesse an der Theologie an sich aufgenommen hatte, war mir mein Weg noch nicht klar. Führung und Fügung hat mir dann doch meinen Weg gezeigt.

Dieser Weg hat mich über die Stationen: Praktikum in Höhn-Schönberg, Diakonat in Hattersheim, Kaplanszeit in Oberlahnstein, Jugendpfarrer in Wetzlar und dann als Pfarrer, erst in Schöffengrund-Waldsolms, dann in Braunfels-Solms und Leun, zuletzt in den, damals noch selbständigen Pfarreien in Taunusstein und die große Zäsur einer schweren Erkrankung hierher geführt.

Inzwischen bin ich schon neun Jahre als Kooperator in der Pfarrei.

Das 40 jährige Jubiläum meiner Priesterweihe lässt mich in Dankbarkeit auf diesen Weg zurückblicken, mit allen Höhen und Tiefen, die ich erlebte, den vielen Begegnungen, den Erfahrungen, die ich machen durfte oder musste …

Diesen Dank möchte ich hineinlegen in den

Jubiläumsgottesdienst am Sonntag, 21. Juni um 18:00 Uhr in St. Bonifatius.

In den Dank mischt sich allerdings auch etwas Wehmut, denn in diesem Gottesdienst werde ich in den Ruhestand verabschiedet.

Doch wie die Kölner Volksschauspielererin Trude Herr in ihrem Abschiedslied gedichtet hat: „Niemals geht man so ganz, irgendwas von mir bleibt hier…“

Vor allem bitte ich um Ihre Begleitung im Gebet.

Pfarrer Matthias Ohlig