St. Bonifatius Wiesbaden

Abschied von Stadtdekan Wolfgang Rösch

Gesichter der PfarreiBenjamin Dahlhoff

Bilder oben: Georg Dahlhoff

Zuversicht, Großzügigkeit und gute Spaghetti

Herzlicher Abschied von Wolfgang Rösch in Wiesbaden

WIESBADEN. – Begleitet von viel Lob, Dank und guten Wünschen ist Generalvikar Wolfgang Rösch am Sonntag, 12. Januar, in Wiesbaden verabschiedet worden, wo er von November 2010 bis Oktober vergangenen Jahres als Stadtdekan und Pfarrer von St. Bonifatius tätig war. Dass er selbst gerne in Wiesbaden geblieben wäre, hatte er im Vorfeld schon mehrfach bekannt. Dass die Wiesbadener ihn auch gerne behalten hätten, war der rote Faden der Abschiedsfeier, die mit einem festlichen Gottesdienst in der Bonifatiuskirche begann, musikalisch beeindruckend gestaltet von 140 Chorsängern aus allen Kirchorten der Pfarrei. Vor rund 1200 Gläubigen, darunter Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirchen sowie Familienangehörige von ihm, ermutigte Rösch dazu, sich nicht auf den Mangel zu fixieren, sondern mit kreativer Kraft und aus der Hoffnung heraus Kirche zu gestalten. 

Wie lange genau der personelle Mangel in St. Bonifatius bestehen werde, für diese Frage habe die Gemeinde ja jetzt einen guten Ansprechpartner in Limburg, meinte launig Personaldezernent Prälat Wanka, der dem stellvertretenden Stadtdekan Pfarrer Stephan Gras die Ernennung zum Pfarrverwalter überbrachte. Dem scheidenden Pfarrer galt der Dank des PGR-Vorsitzenden Dr. Johannes Siebelt, der nach dem Gottesdienst vor allem die Leistung Röschs bei der Neugründung der Pfarrei würdigte. Diese habe er mit großer Tatkraft, Zuversicht und Phantasie ins Werk gesetzt, wobei er sich als „überaus guter Mannschaftskapitän“ erwiesen habe, sagte Siebelt mit Bezug auf den leidenschaftlichen Radfahrer Rösch, bis hin zum Verabreichen „legaler leistungssteigernder Mittel“: Viele hätten das Vergnügen gehabt, von ihm bekocht zu werden. Mit diesen Worten – und dem anschließenden langandauernden Applaus der Gläubigen – waren bereits die Vorzeichen für den Empfang im RoncalliHaus gegeben.  

„Bloß kein Grußwortefriedhof“ hatte hierfür Stefan Fink, Vorsitzender der Stadtversammlung, Kolping-Chef und bekennender Fastnachter, als Losung ausgegeben. Er selbst nahm für die Stadtkirche natürlich in Reimform Abschied: „Der Stadtdekane Halbwertzeit, wird immer kürzer, liebe Leut, mer meint joo grad, des iss kaan Witz, Wiesbaden ist ein Schleudersitz.“  Man lasse Rösch nicht gern nach Limburg ziehen, doch werde er dort immerhin dringend gebraucht: „Ärmel hoch! und uffgeräumt“ gab er dem Generalvikar mit auf den Weg, für den er zum Abschluss auch noch einen speziellen Wiesbadener Trost parat hatte: „Er wird uns vermissen, es fällt ihm schwer, die Weltkurstadt Wiesbaden mit ihrem Flair, doch er sollt bedenken, ich sag nur eens, besser nach Limburg als nach Meenz.“ 

Nach dieser Vorgabe entschied sich Bürgermeister Arno Goßmann gleich für die freie Rede, dankte für die tolle Zusammenarbeit und bescheinigte dem vormaligen Stadtdekan ganz ohne Manuskript, dass er ein Glücksgriff für die Gemeinde und für Wiesbaden gewesen sei. Seine besonderen Qualitäten wie Offenheit, Vertrauen, Zugewandtheit seien genau die Eigenschaften, die jetzt auch in Limburg gebraucht würden. Die Kindergartenleiterinnen bedankten sich für die Unterstützung, die Jugendlichen für seine Großzügigkeit, die offenen Türen und die leckeren  Spaghetti Carbonara. „Gut, unkompliziert und auf kurzen Wegen“,  beschrieb der evangelische Dekan Dr. Martin Mencke das ökumenische Zusammenspiel, für das er sich gerne eine Fortsetzung gewünscht hätte. Wer aber, wie sein katholisches Pendant, von einer getrosten Zuversichtlichkeit getragen sei, der ziehe seine Straße fröhlich, „auch wenn sie nach Limburg führt.“

Mit einer neu gedichteten Allerheiligenlitanei – „heiliger Generalvikar, bitte für uns“ – sorgte zum Abschluss das Pastoralteam für große Heiterkeit unter den vielen Gästen, die danach schnell lange Schlangen bildeten, um sich persönlich von Wolfgang Rösch zu verabschieden. (Bistum Limburg, B. Reichwein) 

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