St. Bonifatius Wiesbaden

Saul, was verfolgst du mich

Musik Kultur KircheBenjamin Dahlhoff

Heinrich Schütz und Claudio Monteverdi in St. Bonifatius.

Caravaggio: Die Bekehrung des Saulus, 1600, in der Cerasi-Kapelle in S. Maria del Popolo. heiligenlexikon.de

Am 25. Januar feiert die Kirche die Bekehrung des Paulus. Zu diesem Anlass wird ein ebenso eindringliches wie kurzes Stück Musik in der Abendmesse um 18:00 Uhr in der Bonifatiuskirche erklingen: Aus den Symphoniae sacrae III von Heinrich Schütz (1585 – 1672) das Geistliche Konzert: „Saul was verfolgst Du mich“.

Die Symphoniae sacrae sind theatralische Musik. Die Worte des Herrn an den Christenverfolger Saulus vor Damaskus werden von vier an verschiedenen Stellen der Kirche aufgestellte Chören, Solisten – und  Instrumentalensembles in Musik übersetzt. Wie bewegend, ja erschütternd Schütz das gelingt, muss man gehört haben, es lässt sich nicht beschreiben. 

Die musikalische Dramatik ist aber nicht um ihrer selbst willen da, sie will die Kraft, die das Wunder vollbringt, aus dem Fanatiker Saulus den Apostel Paulus zu machen, ahnen lassen. Diese Musik ist gewissermaßen eine Opernszene von fünf Minuten zur Verkündigung des Wortes Gottes.

Heinrich Schütz hat zur Zeit des furchtbaren Krieges zwischen Katholiken und Protestanten gelebt, der dreißig Jahre andauerte. Er selbst ist bei aller protestantischen Glaubenstreue ein toleranter Mensch geblieben, der auch katholische Kirchenmusik geschrieben hat. Schütz hat den  neuen expressiven Stil, den „stile concitato“ des Claudio Monteverdi, Domkapellmeister an San Marco in Venedig, mit seinen Symphoniae sacrae  weiterentwickelt. 

Auch von Monteverdi werden zwei Werke erklingen, die Motetten „Domine ne in furore tuo arguas me“ und „Adoramus te Christe“. Es singen und spielen Instrumental und Vokalsolisten mit dem Chor von St. Andreas unter der Leitung von Werner Seyfried.

Werner Seyfried