St. Bonifatius Wiesbaden

Die Dreifaltigkeit als Brückenbauer

Gemeindebrief, Theologie SpiritualitätPhilippe Jaeck

Oder Stiftung Warentest: Sehr gut

Sie kennen sicher die 3-in-1-Spülmaschinentabs? Da sind drei Reiniger in einem Tab vereint und meist steht auf der Verpackung „Stiftung Warentest: Sehr gut“. Viele Kinder werden heute mit ihnen groß, für sie ist es das selbstverständlichste auf der Welt: Ein Tab hinein, Spülmaschine einschalten – und schon funktioniert es. Das Geschirr kommt strahlend sauber wieder in den Schrank, leider noch nicht von selbst.

So, wie der Spülmaschinentab aus dreien besteht und in sich doch eins ist, so ist es auch mit der Dreifaltigkeit. Sie zeigt, dass sich Gott den Menschen in unterschiedlicher Weise gezeigt hat und immer wieder zeigt. Wenn Gott sich zeigt, dann immer so, wie er wirklich ist. Dreifaltigkeit weist letztlich die Gotteserfahrungen auf. Sie ist Beziehung und schenkt diese. Die Bibel ist ein Zeugnis dafür: Mit dem Volk Israel hat Gott einen Bund geschlossen, hat das Volk aus Ägypten befreit und ins Gelobte Land geführt. In Jesus ist Gott Mensch geworden und hat ein Leben wie Du und ich geführt. In Tod und Auferstehung ist er zum Bruder und Erlöser geworden. Die verängstigten Apostel wurden durch den Heiligen Geist belebt und ermutigt. Auch uns erfüllt er, wirkt und macht lebendig.

Dabei sind es nicht drei Götter, die wir anbeten und verehren, sondern Gott ist in sich vielfältige Beziehung, er zeigt sich in diesen drei Erscheinungsweisen, damals und heute.

 Foto: Oliver Boehmer - bluedesign / Adobe Stock

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„Stiftung Warentest: Sehr gut“ – das kann man auch auf die Dreifaltigkeit beziehen. Die Beziehung innerhalb der Dreifaltigkeit ermöglicht uns Beziehung, untereinander und zu Gott. Jesus kann man als Brückenbauer bezeichnen, er baut uns eine Brücke zu Gott und zu den Menschen. Und unsere Aufgabe ist es, immer wieder Brücken zu bauen, Brücken des Gebetes, Brücken des Helfens, Brücken des Da-Seins. So ist es nicht verwunderlich, dass wir nach Ostern so viele Brückentage haben – Tage, die uns daran erinnern, dass Ostern nicht an Ostern aufhört, sondern dass die Geschichte Gottes mit den Menschen weitergeht. Dass die Auferstehung Jesu auch in unserem Leben einen Platz hat, mitten im Alltag. Und dass der Geist Gottes mich trägt, mir Eingebungen schenkt, mir Worte gibt dort wo mir die Worte fehlen. Mich auf Ideen bringt, wie aus dem Nichts, plupp, sind sie da. Gott baut uns viele Brücken, tagtäglich. Nehmen wir diese auch wahr und ernst und wagen wir, über sie zu gehen, sie anzunehmen. Sicherlich auch oft, ohne zu wissen, was uns auf der anderen Seite erwartet. Doch am Ende dürfen wir darauf vertrauen: Stiftung Warentest: Sehr gut! – so ist Gottes Geschichte mit uns, mit seinen Menschen. Damals, heute und allezeit.

Carolin Enenkel, Gemeindereferentin