St. Bonifatius Wiesbaden

Offen für neue Wege

Aus dem Leben der PfarreiBenjamin Dahlhoff

Roman Bär ist neuer Bezirkskantor für Wiesbaden

Junge Menschen für die Kirchenmusik zu begeistern, das hat sich der neue Wiesbadener Bezirkskantor, Roman Bär, unter anderem zur Aufgabe gemacht. Dazu gehört der Aufbau von Kinder- und Jugendchören in den drei katholischen Wiesbadener Pfarreien, aber auch die Ausbildung von jungen Organisten, denn davon gibt es viel zu wenige in den Gemeinden. Gut ausgebildete Musiker, die im Gottesdienst spielen, werden immer gebraucht. Bär ist aber auch Ansprechpartner für die überwiegend nebenberuflich tätigen Kirchenmusiker Wiesbadens. „Wenn es Probleme gibt, berate ich gern“, so Bär.

Daneben betreut Bär nach wie vor seine bisherigen Chöre, darunter den Sankt Birgid Chor (Bierstadt) und den Chor Jubilate Deo (Erbenheim-Nordenstadt), und ist weiterhin als Organist in der Pfarrei St. Birgid aktiv, in der er seit 2004 tätig ist. „Inzwischen bin ich hier gut verwurzelt“, erzählt der neue Bezirkskantor, der an seiner Hauptwirkungsstätte St. Birgid Bierstadt auch sein Büro hat. 

Zur Musik kam Roman Bär schon als Kind. Mit viereinhalb Jahren begann er Klavier zu spielen, mit neun kam die Trompete hinzu. Zudem wurde im Marburger Elternhaus viel gesungen und in der Verwandtschaft gab es bereits einige Berufsmusiker. Mit 15 Jahren entschied sich Bär für die Kirchenmusik, und so entstand schließlich der Wunsch, die Musik zum Beruf zu machen – wenn auch nicht unbedingt selbst zu musizieren. Nach dem Tonmeister-Studium in Berlin arbeitete Bär deshalb zunächst acht Jahre lang als Geschäftsführer beim Bachchor Mainz, doch dann machte er sich als Kulturmanager selbstständig und baute seine Arbeit in St. Birgid mehr und mehr aus. 

Seit Mai besuchen die ersten Orgelschüler seinen Unterricht. Dort vermittelt der Kirchenmusiker die Basics, die für die D-Ausbildung gebraucht werden. Erfolgreich angelaufen ist ebenfalls eine Initiative für die Seniorenheime. Ehrenamtliche Klavierspieler begleiten hier die Gottesdienste. Nach den Sommerferien starten dann die ersten Kinderchöre – letzte Details dazu werden noch geklärt. 

An seiner neuen Aufgabe gefällt Bär besonders der Kontakt zu den Menschen: „Das bereichert meine Arbeit sehr.“ Die größte Herausforderung sei sicherlich die Nachwuchssicherung, so der 41-Jährige, dem bewusst ist, dass er hier langfristig planen muss. Deshalb wünscht er sich von den drei Wiesbadener Pfarreien, deren neuer Bezirkskantor er ist, „Offenheit für neue Wege“. Wenn sich alle aufeinander zubewegten, könnten auch alle gleichermaßen profitieren, findet Bär. 

Text: Anne Goerlich-Baumann
Foto: Gabriel Dessauer