St. Bonifatius Wiesbaden

Fest der Heiligen Familien

GemeindebriefBenjamin Dahlhoff

Ein Ansatzpunkt für Familien heute?!

Alle Jahre wieder feiern wir am Sonntag der Weihnachtsoktav oder am 30. Dezember das Fest der Heiligen Familie, an dem Jesus und seine Eltern im Mittelpunkt des liturgischen Geschehens stehen. Was aber hat dieses Fest und die Heilige Familie aus Nazareth jungen Familien von heute noch zu sagen?

Im normalen Familienalltag geht es häufig alles andere als heilig oder idyllisch zu, wenn zwischen einem langen Arbeitstag und den Kochtöpfen zu Hause noch schnell die Kinder vom Chor abgeholt werden müssen, ein Geschenk für einen Kindergeburtstag besorgt werden und schließlich noch für das Abendessen eingekauft werden muss. Die vielen Termine, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen, kann für Eltern schon so manches Mal zu einem gewaltigen Balanceakt werden. Auch am Heiligen Abend ist es nicht immer so still, harmonisch und friedlich unter dem familiären Weihnachtsbaum, wie es uns die unzähligen Krippenlandschaften in unseren Kirchen und Wohnzimmern vermitteln wollen. 

War die Familie Jesu deshalb „heilig“? Weil sie die normalen Alltagsprobleme heutiger Familien nicht kannte? Weil Maria und Josef über allem standen und den Alltag ordentlich im Griff und durchgetaktet hatten? Nimmt man die biblischen Texte, welche für das Fest der Heiligen Familie vorgesehen sind, in den Blick, wird man eines Besseren belehrt. Die Heilige Familie wird zwar als „heilig“ bezeichnet, weil Maria und Josef die Eltern von einem besonderen Kind, nämlich dem Sohn Gottes, waren. Aber ansonsten war diese „heilige“ Familie eine ganz normale Familie wie andere.

Nimmt man die Umstände der Geburt Jesu näher in den Blick, stellt man sogar fest, dass Jesus und seine Eltern vor so manche Herausforderungen und Schwierigkeiten gestellt wurden: Wir hören in den biblischen Texten von einer jungen Frau, die unverheiratet schwanger wird (vgl. Lk 1,26-38), einem Ehepaar, das ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen muss, weil kein Platz mehr in der Herberge war (vgl. Lk 2,1-20), einer Familie, die nach Ägypten flieht, weil König Herodes alle Knaben im Alter bis zwei Jahren töten ließ (vgl. Mt 2,13-15), und zwei aufgeregten Eltern, die ihren zwölfjährigen Sohn voller Sorge suchen, bis sie ihn schließlich im Tempel wiederfinden (vgl. Lk 2,41-52). Von daher befinden sich alle Familien, bei denen es zwischendrin turbulent und chaotisch zugeht, in ziemlich guter Gesellschaft. Auch das Leben der Heiligen Familie kennt diese Turbulenzen nur zu gut. 

Das Fest der Heiligen Familie ermutigt und erinnert auch heute noch Familien daran, darauf zu vertrauen, dass GOTT nicht nur die schönen und festlichen, sondern auch alle steinigen und schweren Wege mit uns geht, egal, vor welche Herausforderung uns das Leben auch stellen mag. So können Familien heute genauso wie vor über 2000 Jahren die Heilige Familie bei der Geburt Jesu in unserer Gesellschaft zu einem Ort der Menschwerdung und Gottesbegegnung werden.

Stephanie Hanich,
Pastoralreferentin und Verantwortliche für den Schwerpunkt Familienpastoral

Termine FamilienZEIT 2017

fotolia / Kzenon

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Samstag 19. März 2017 Kirchendetektive

Eltern und Kinder entdecken auf spielerische Weise gemeinsam den Kirchenraum. Uhrzeit und Treffpunkt: 14-16 Uhr, Bonifatiuskirche

Sonntag 1. Oktober 2017 FamilienZeit - Ausflug auf den Neroberg

Religiöser Familienausflug auf den Neroberg mit gemeinsamen Familiengottesdienst. Uhrzeit und Treffpunkt: 14-18 Uhr, Talstation Neroberg

Samstag 25. November 2017 Familienmusiktag

Musiktag für die GANZE FAMILIE zusammen mit dem Kinderchor und dem Kirchenchor von Sankt Bonifatius Wiesbaden. Mitgestaltung des 18 Uhr Gottesdienstes. Uhrzeit und Treffpunkt: 11-18h, Pfarrsaal