St. Bonifatius Wiesbaden

In 50 Jahren zum modernen Kindergarten

Kinder Familie MinisBenjamin Dahlhoff

In diesen Tagen wird die katholische Kindertagesstätte St. Andreas 50 Jahre alt. Im Rahmen der Jubiläumsfeier zum 50. Gebutstag der Kirche St. Andreas werden wir am 21. Juni einen gemeinsamen Festtag begehen.

Blicken wir zurück. Im Jahr 1965 wurde die heutige Kindertagesstätte St. Andreas als sogenannte Tagesheimstätte eröffnet. Zeitzeuginnen der Gründungsjahre berichten von großen Gruppen von Kindern, die von ganz wenigen „Kindertanten“ betreut wurden. Es gab weder einen ausgeprägten Bildungsanspruch, noch die Forderung nach familienergänzender Erziehungsarbeit. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Spielen und der mit Aktivitäten durchorganisierte Tagesablauf. Die „Kindertanten“ oder später die „Kindergärtnerinnen“ sorgten mit fester Hand für ein diszipliniertes Miteinander der Kinder, aber auch für einen freudvollen Kindergartenalltag. Es wurde viel getanzt, gesungen, gemalt und gebastelt. Wie selbstverständlich wurde in einem katholischen Kindergarten gebetet und zusammen mit der Kirchengemeinde wurden Feste und Gottesdienste gefeiert.

Machen wir einen Zeitsprung in das Jahr 2015. Was hat sich verändert, was ist geblieben? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Die Gesellschaft hat sich verändert, Kirche hat sich verändert und die Menschen haben sich verändert. Die pädagogische Arbeit im Kindergarten war immer ein Spiegel dessen, was sich gesellschaftspolitisch in der jeweiligen Zeit veränderte. Immer wieder fand der jeweilige Zeitgeist Eingang in die pädagogischen Konzepte und somit in den Alltag der Kindergärten.

Auch der katholische Kindergarten St. Andreas hat sich im Laufe der letzten 50 Jahre immer wieder aufs Neue auf den Weg gemacht, ein moderner Kindergarten mit einem modernen Konzept zu sein. Modern bedeutet heute, dass Kinder aller Religionen mit konfessionsübergreifenden Wertvorstellungen wie Nächstenliebe, Toleranz und Solidarität vertraut gemacht werden. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht immer das Kind und seine unmittelbaren Lebensbezüge im Elternhaus, im Freundeskreis, in der Kirchengemeinde und im Stadtteil. Vernetzung von Angeboten, Hilfen und Aktivitäten ist das moderne Stichwort. Neben Betreuung und Erziehung steht die umfassende vorschulische Bildung im Mittelpunkt einer jeden Kindergartenkonzeption.

Das eigene Selbstverständnis und dass, was wir meinen, was für die Kinder unserer Tagesstätte besonders wichtig ist, darf natürlich niemals aus dem Auge verloren werden. Deshalb ist es uns als katholischer Kindergarten natürlich ein besonderes Anliegen, eingebettet im Gemeindeleben, den Kindern religiöse Angebote zu machen. Besonders stolz sind wir darauf, dass unser wöchentliches religions- pädagogisches Angebot „Christopher Kirchenmaus“ nicht nur von den katholischen Kindern, sondern auch von Kindern mit anderen Konfessionen gerne angenommen wird.

In einem Kindergarten in einem Wohngebiet mit vielen Familien mit Migrationshintergrund ist es für uns ein selbstverständliches Anliegen, ein besonderes Augenmerk auf Projekte zur Sprachförderung zu legen. Schon seit Jahren arbeiten wir mit verschiedenen Anbietern zusammen oder bilden unsere eigenen Erzieherinnen zusätzlich aus, um den Sprachstand aller Kinder zu verbessern.

Weiterhin ist es uns als Kita St. Andreas natürlich ein ganz wichtiges Anliegen, in einem Umfeld mit vielen sozial benachteiligten Familien, diesen Familien mit Beratung und besonderen Angeboten weiter zu helfen. Besonders stolz sind wir darauf, dass es uns z.B. durch Spendenakquise immer wieder gelingt, Freizeitaktivitäten oder auch alltägliche Angebote kostengünstig zu halten und somit die Teilhabe zu fördern.

In der gemeinsamen Konzeption der Kindergärten der Pfarrei St. Bonifatius heißt es, dass wir die Vision haben, die Kinder für ihr Leben zu stärken, indem sie in unseren Kitas spielerisch den Umgang in der Gruppe einüben, Sozialverhalten erlernen und immer wieder neue Erfahrungsfelder entdecken. Wir fühlen als Kita St. Andreas, dass wir mit dieser Vision auf einem guten Weg sind.

Ulrich Moock, Leiter der Kita St. Andreas