St. Bonifatius Wiesbaden

Gemeindebrief 2/2015

GemeindebriefBenjamin Dahlhoff

Liebe Lesende,

an diesem Wochenende liegen in unseren Kirchen die neuen Gemeindebriefe aus. In dieser Ausgabe (Februar 2015) haben wir uns Schwerpunktmäßig im dem sehr aktuellen Thema des Dialogs der Religionen gewidmet. Einen großen Teil nehmen auch die Personalwechsel in der Pfarrgemeinde ein.

Wie immer werden die Artikel des Gemeindebriefes alle nach und nach auf unserer Internetseite erscheinen. Wenn Sie also kein Exemplar in einer unserer Kirchen mitnehmen können, dann schauen Sie einfach ab und zu mal hier auf dieser Seite vorbei. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, die Nachrichten der Kirchengemeinde auch als Newsletter zu abonnieren. 

Gerne stehe ich Ihnen zum Gespräch zur Verfügung, wenn Sie Fragen oder Anregungen zur Webseite, dem Newsletter, unserem Facebook-Auftritt oder dem Gemeindebrief haben.

Ihr Benjamin Dahlhoff
Referent für Öffentlichkeitsarbeit


Impuls

Pfarrer Stephan Gras

Pfarrer Stephan Gras

Unruhige Zeiten

Liebe Brüder und Schwestern,

unruhige Zeiten sind es derzeit. Die gemeinsame Erklärung von deutschen Vertretern des Judentums, Christentums und des Islam will dazu deutlich Stellung beziehen: 

„Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!“

Im Namen von Millionen Christen, Moslems und Juden in Deutschland verurteilen sie den Terrorangriff von Paris und trauern um die Opfer. Die Morde sehen sie als einen Angriff auf die Freiheit des Denkens, des Glaubens und unserer gemeinsamen Werte von Toleranz und Nächstenliebe, den sie zutiefst verabscheuen. Sie erklären dass Bibel, Thora und Koran Bücher der Liebe sind, nicht des Hasses. Darum verurteilen sie jede Form von Gewalt im Namen der Religionen. Sie kämpfen für Toleranz gegenüber Andersgläubigen und auch gegenüber jenen, die unseren Glauben an Gott nicht teilen.

Auch ich glaube, dass Hass keine Antwort ist auf Hass, und Intoleranz keine Antwort auf Intoleranz sein kann. Nur gemeinsam können wir unsere Werte und unseren Glauben gegen radikalisierte Minderheiten schützen. Christen, Juden und Moslems vereint der Glaube an die Nächstenliebe, an unsere Verantwortung vor Gott und an die Verständigung zwischen allen Menschen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Fanatismus, Terror und Gewalt diese gemeinsamen Werte zerstören.

Unruhe auch in der Kirchengemeinde

Inmitten dieser unruhigen Zeiten wird ein Kandidat für die Nachfolge im Amt des Pfarrers von Bonifatius und des Stadtdekans benannt: Pfarrer Klaus Nebel. Falls die Designationsgespräche mit Pfarrgemeinderat und Stadtsynodalrat positiv verlaufen, können wir ihn nach den Sommerferien in Wiesbaden willkommen heißen. Ich bitte Sie um Ihr Gebet für eine gute Entscheidung!

Ebenfalls können wir in diesem Jahr einen neuen Bezirksreferenten begrüßen: Thomas Weinert wird die Nachfolge von Stephan Arnold antreten, der am Ende des vergangenen Jahres nach London gewechselt ist. Bitte heißen Sie Herrn Weinert herzlich willkommen!

Ihr Pfarrverwalter Stephan Gras


Schwerpunkt des Monats

Hass ist keine Antwort

Gemeinsame Erklärung von Juden, Muslimen und Christen

Unmittelbar nach den blutigen Anschlägen von Paris veröffentlichte am 9. Januar eine  deutsche Tageszeitung ein gemeinsames Manifest von ranghohen Vertretern von Katholiken, Evangelischer Kirche, Juden und Muslimen,  indem sie jegliche Gewalt im Namen der Religion aufs schärfste verurteilten. 

“Im Namen Gottes darf nicht getötet werden. Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses." hieß es in dem Wortlaut. Unterzeichner sind Alois Glück vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Münchens und Oberbayerns Charlotte Knobloch und der frühere Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer. 

Hass sei keine Antwort auf Hass und Intoleranz keine Antwort auf Intoleranz, so die Unterzeichner. Nur gemeinsam könne man eigene Werte und Glauben gegen radikalisierte Minderheiten schützen. Christen, Juden und Moslems vereine der Glaube an die Nächstenliebe, an deren Verantwortung vor Gott und an die Verständigung zwischen allen Menschen, heißt es in der Veröffentlichung.

Zeitgleich veröffentlichte der Gesprächskreis „Christen und Muslime“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) eine Erklärung, in der die Mitglieder aufs  Schärfste die unfassbaren Gräueltaten verurteilten, die von terroristischen Gruppierungen im Namen des Islam im Nahen Osten und darüber hinaus begangen werden.

Ausdrücklich betonen die muslimischen und christlichen Verfasser, dass Religion nicht instrumentalisiert und für machtpolitische Zwecke missbraucht werden darf. „Als Christen und Muslime sind wir Partner in einer pluralistischen Gesellschaft. Ausgehend von unserem Glauben und den uns gemeinsamen Grundlagen im Menschenbild sehen wir uns gemeinsam in der Verantwortung, zur Bewahrung des Gemeinwohls und der freiheitlichen demokratischen Grundordnung in Deutschland beizutragen."

Nächstenliebe darf nicht halt machen vor unterschiedlichen Kulturen und Religionen.

Gemeindereferent Heiko Litz

Gemeindereferent Heiko Litz

„Gerade jetzt ist es wichtig, Zeichen zu setzen und sich etwa für Flüchtlinge einzusetzen, egal welchen Glaubens und Herkunft in Wiesbaden“ Nächstenliebe darf keinen Halt machen vor unterschiedlichen Kulturen und Religionen.“ so Gemeindereferent Heiko Litz, der sich für den Aufbau einer Willkommenskultur für Flüchtlinge in der katholischen Kirche in Wiesbaden engagiert.

Die Pfarrei St. Bonifatius hat die Flüchtlingshilfe seit Mitte 2014 mit der Aufnahme von syrischen Flüchtlingsfamilien zu einem Schwerpunkt gemacht. Mittlerweile werden  Hausaufgabenhilfe, ein Sprachcafe  und Begegnungstreffen angeboten. Auch der Aufbau eines Aktionsbündnisses mit verschiedenen Akteuren und Einrichtungen der katholischen Kirche in Wiesbaden nimmt Gestalt an, um konkrete Hilfe für Flüchtlinge, wie z.B. Unterstützung bei der Wohnungssuche anzubieten. 

In Planung ist auch eine weitere Begegnung und Informationsabend, bei dem Menschen unterschiedlicher Religion und Kultur zusammenkommen sollen. Den Akteuren aus Pfarrei, Caritas und Erwachsenenbildung ist es wichtig, dass Flüchtlinge nicht ausschließlich als Bedürftige wahrgenommen werden, sondern als Menschen, die kulturell und menschlich, etwas in Gemeinde und Gesellschaft beisteuern können.

Heiko Litz