St. Bonifatius Wiesbaden

Gott bringt Licht ins Dunkel

GemeindebriefBenjamin Dahlhoff
Sonne über der Erde. Bild: NASA, public domain.

Sonne über der Erde. Bild: NASA, public domain.

Lobt ihn, Sonne und Mond, lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne

Jeden Morgen geht die Sonne auf, jeden Morgen weicht das Dunkel vor dem Licht. Und doch ist das Licht, das wir in der Weihnachtsnacht besingen, etwas besonderes. Da bricht ins Dunkel Licht hinein - dort, wo man es am wenigsten erwartet hat, mitten in der dunkelsten Nacht, beginnt etwas ganz Neues.

Und so gibt Weihnachten auch uns eine neue Perspektive, einen neuen Stern, an dem wir uns orientieren können: Wir alle schlagen uns mit eigenen Problemen, Aufgaben und Sorgen herum, haben eigene Dunkelheiten im Leben. Aber genau dort, wo man ganz am Boden ist, in dunkelster Nacht, geht ein neues Licht auf und so finden wir einen Ausweg aus der Ausweglosigkeit. Damit erleben wir am eigenen Leib und in der eigenen Seele, was dieser Glanz inmitten der Nacht bedeutet. Und Generationen vor uns bezeugen das und erzählen uns davon, dass auch sie erleben durften, dass selbst in den schwärzesten Stunden ihres Lebens, oder gerade weil sie so finster waren, neues Licht und neue Perspektiven aufgegangen sind.

Schon einer der ersten Menschen, die Jesus erkennen, besingt es mit den Worten: “Meine Augen haben das Heil gesehen: Ein Licht, das die Heiden erleuchtet” - Simeon preist Gott, dass es für uns diesen neuen Weg gibt. Was ist dieses Weihnachten? Eine Sternstunde, die längst im Dunkel der Vergangenheit verglüht ist? Ein Funke, der etwas entfacht hat? Ein Feuerwerk der Freudenbotschaften?

Die Antworten auf die Frage danach, was Weihnachten ist, sind so vielfältig wie jeder und jede von uns Menschen, die wir dieses Fest feiern. Alle würden sicherlich eine ganz andere, eigene Antwort auf diese Frage geben können. Aber genau das ist das Entscheidende an diesen Tagen:
Weihnachten ist bis heute eine Fragestellung an uns: Ein Geheimnis, das jeden von uns herausfordert. Aber eben auch eine Frage, auf die jeder von uns eine ganz eigene Antwort geben kann und darf. Denn der Stern geht nicht nur über den Weisen aus dem Morgenland auf, sondern über uns allen und zeigt uns den Weg. Denn das Licht im Dunkel geht nicht nur einzelnen Auserwählten auf, sondern es bricht in die Dunkelheiten eines Jeden von uns. 

Jeder von uns hat diese Momente erlebt, in denen sich Finsternis und Auswegslosigkeit in Licht und Freude gewandelt hat. Diese weihnachtlichen Momente geben uns eine Antwort und eine Erfahrung, was die Botschaft der Festtage bedeutet. Und somit dürfen wir uns als Teil dieses Festes verstehen, dürfen uns im Glanz dieses Lichtes sonnen. Denn Gott wird Mensch und macht unsere Finsternis hell. Damals so wie heute. Und in diesem Sinne Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest

Ihr Kaplan Simon Schade