Die Fastenzeit verbinden wir in der Regel mit Verzicht auf bestimmte Sachen oder Gewohnheiten, um den Körper zu disziplinieren und sich mehr für Gott zu öffnen. Kein Fleisch, keine Süßigkeiten, kein Alkohol, kein Fernsehen … Also, der Körper muss durchhalten … Ob das Ergebnis nach der Fastenzeit positiv oder negativ ausfällt, hängt viel von der eigenen Willenskraft ab.
Aber es gibt auch eine andere Weise, wie der Körper uns helfen kann, in Beziehung zu Gott zu treten. Wir können den Körper mit ins Gebet nehmen. Zur Zeit praktiziere ich täglich dieses Gebet, das von Anne Mayer-Thormählen stammt. Ich möchte mit Ihnen diese Gebetsweise teilen. Es geht so:
Ich stelle mich bewusst vor Gott und bete: „Gott, am Morgen dieses Tages stelle ich mich bewusst in dein Licht. Ich öffne mich für deine Wirklichkeit.“
Und so strecke ich mich aus nach dir. (Die Hände nach oben ausstrecken.)
Ich sammle mich ein, in meinen Gedanken, (Hände zusammen vor Stirn) in meinem Reden, (Hände zusammen vor Mund) in meinen Gefühlen. (Hände zusammen vor Herzraum)
Ich öffne mich und empfange. (Arme zur Seite ausstrecken)
Und sammle mich wieder in meiner Mitte. (Hände zusammen vor Herzraum)
Und teile davon aus: nach rechts zu den Menschen, die mir nahe sind (rechter Arm nach rechts) und nach links zu den Menschen, mit denen ich mich schwer tue. (linker Arm nach links)
Und kehre zurück zur Mitte. (Hände zusammen vor Herzraum)
Ich suche dich, Gott, auch in der Tiefe. (Vorbeugen zum Boden hin)
Und sammle mich wieder ein. (Hände zusammen vor Herzraum)
So werde ich jetzt still, um auf dich zu lauschen und um das Geheimnis zu ergründen: Wer bist du in mir? Und wer bin ich in dir? Amen.
Dieses Gebet drückt meine Sehnsucht nach Gott aus und hilft mir, mit unterschiedlichen Menschen im Sinne Gottes umzugehen. Ich suche Gott in den Tiefen meiner Seele, wo es auch dunkel ist. Ich weiß, dass Gott da ist und auf mich wartet. Dieses Gebet hilft mir, bei mir selbst zu bleiben, was die Voraussetzung ist, um Gott und den Menschen zu begegnen.Wenn Sie möchten, können auch Sie dieses Gebet mit Körper und Seele ausprobieren.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete vorösterliche Zeit!
Sr. Katrina Dzene, Gemeindereferentin