St. Bonifatius Wiesbaden

Dreimal Erntedank

GemeindebriefPhilippe Jaeck

Es ist Spätsommer geworden, der Herbst klopft schon an, während ich diesen Artikel schreibe. Die Bauernmärkte sind bunt und voller Früchte, es werden Apfel- und Kürbisfeste gefeiert, die Winzer öffnen ihre Straußwirtschaften mit jungem Wein. Das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass in diesem Jahr viele landwirtschaftlichen Betriebe von Missernten betroffen sind. Manchen wird es schwer fallen, zu danken.

Marion Lindemann

Im ersten Buch Mose (Genesis 1,28) überträgt Gott dem Menschen die Verantwortung für die Erde. Aber wir gehen schlecht mit ihr um. Trotz allen Bemühungen im Umwelt- und Schöpfungsschutz steigt die Umweltbelastung. Es ist an uns allen, die Umwelt und damit die wunderbare Schöpfung Gottes zu erhalten.

Ein Text aus dem 13. Jahrhundert vor Christus zeigt, dass Erntedankfeste mehrere Dimensionen haben können. „Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern“ heißt es im 2. Buch Mose (Exodus 23, 14-17). Nach der ersten und nach der letzten Ernte im Jahr wird jeweils ein Erntedankfest gefeiert. Darüber hinaus wird ein siebentägiges Fest angeordnet, an dem das Volk an den Auszug aus der Sklaverei in Ägypten gedenkt.

Neben dem „traditionellen“ Erntedank in unseren Kindertagesstätten und Gottesdiensten feiern wir in der Gemeinde St. Bonifatius immer wieder Feste, die Erntedank-Charakter haben. Beim Fünfzigjährigen Jubiläum der Mauritiuskirche, bei den Priester- und Dienstjubiläen wird derer gedacht, die Grundsteine gelegt und Ideen verwirklicht haben. Ein roter Faden reicht bis zu den Anfängen, die gefährlich, manchmal tödlich waren wie beim hl. Mauritius. Oft waren sie beschwerlich und doch voller Hoffnung. Wir dürfen danken für die unzähligen Christen, die ausgesät haben in der Hoffnung, dass ihr Beten und Handeln Frucht bringt.

Neben den „großen“, offiziellen Festen gibt es sicherlich auch in Ihrem Alltag und in ihrer Biografie Gelegenheit Erntedank zu feiern für alles, was in Ihrem Leben, in Ihrer Familie und im Freundeskreis gelungen ist. Ein Fest reicht da nicht. Feiern Sie, wann immer es einen Anlass gibt, „Danke“ zu sagen für das Leben. Feiern Sie gerne auch in der Gemeinde St. Bonifatius: Erntedank und alle anderen Anlässe.

Marion Lindemann, Gemeindereferentin