St. Bonifatius Wiesbaden

„Dramatische Lage für Christen“

Aus dem Leben der PfarreiBenjamin Dahlhoff
Mahnwache Mauritius

Mahnwachen in St. Mauritius für unsere verfolgten Glaubensgeschwister

Dramatische Lage für Christen - so lautete die Überschrift der Weihnachtsausgabedes Wiesbadener Kuriers von 2016. Während wir in Deutschland und überwiegend in Europa das Fest der Geburt Jesu und damit das Fest des Friedens feierten, machte die Zeitung auf die schreckliche Lage vieler Christen weltweit aufmerksam.

Auf zwei Innenseiten führte die Zeitung zwölf Länder auf, in denen Christen von Verfolgung besonders betroffen sind. Aus den Berichten geht hervor, dass Not, Gewalt, Unterdrückung und Verfolgung unserer Glaubensgeschwister erschreckend rücksichtslos und lebensbedrohlich sind. Lars Aduktusson, schwedischer Christdemokrat und Mitglied des Europaparlaments, bestätigte in einem Vortrag im November in Wien, dass Christen global die am stärksten verfolgte Gemeinschaft sind. 

Das beweist auch der Anschlag auf eine Bar in Istanbul in der Nacht des 1. Januar 2017, gleich zu Beginn des neuen Jahres. Die Terrororganisation „IS“ bekannte sich zu dem Verbrechen mit der Begründung: In der Bar feierten Nazarener (Christen) ihr polytheistisches Fest und das Land (die Türkei) sei Beschützerin des Kreuzes. Das Menschenrecht der freien Religionsausübung, von den Vereinten Nationen ausgesprochen, wird dabei brutal mit Füßen getreten.

Seit Februar 2015 halten wir am Kirchort St. Mauritius jeden letzten Donnerstag eines Monats eine Mahnwache für unsere verfolgten Glaubensgeschwister ab. Unser Ziel ist es, ihnen eine Stimme zu geben, auf ihre Not aufmerksam zu machen und ihnen ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Der Ort und die Architektur von Sankt Mauritius spielen dabei eine Rolle. Das Gedächtnis an den Stadtpatron Wiesbadens erinnert an einen für seinen Glauben Verfolgten, der Bau verweist über den abstrakten Kreuzweg im Außenbereich auf das Leid und führt im Kirchenraum auf die Hoffnung des Christentums hin, bei Gott den Frieden zu finden. So beginnen unsere Mahnwachen immer im Außenbereich vor dem Kreuzweg und enden mit Fürbitten und Gebeten für die Glaubensverfolgten und einer ruhigen Messe im Innenraum.

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Galater (6,10): „Wir wollen allen Menschen Gutes tun“, das bedeutet, dass wir bei unseren Mahnwachen nicht nach der Religion fragen, sondern wir wollen alle religiös Bedrohten ins Gebet nehmen. Paulus fügt in seinem Brief aber hinzu: „…besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind.“ Und so halten wir es auch!

Georg Rösner, Herausgeber der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“, klagt in seinem Kommentar vom 18. Dezember 2016: „In unserer Republik wird für alles Mögliche und Unmögliche demonstriert. Selbst die Hühner im Käfig haben wir nicht vergessen. Nur die Verbrechen gegen Christen werden achselzuckend hingenommen. Wann hat es je eine Solidaritäts-Großdemonstration von Hunderttausenden für die bedrängten Glaubensgeschwister gegeben?“ 

Lassen Sie sich ansprechen und beten Sie mit für unsere Glaubensgeschwister jeden letzten Donnerstag eines Monats um 18.00 Uhr am Kirchort St. Mauritius in der Abeggstr. 37. Beachten Sie bitte auch unseren Flyer.

Arbeitsgemeinschaft „Verfolgte
Glaubensgeschwister“ in St. Mauritius

Hedi Seidler