St. Bonifatius Wiesbaden

"Ich bin dann mal weg"

Theologie SpiritualitätBenjamin Dahlhoff

Impuls von Gemeindereferent Andreas Schuh

Gemeindereferent Andreas Schuh

Gemeindereferent Andreas Schuh

Manch einer von Ihnen mag das Buch von Hape Kerkeling gelesen haben, der sich sehr skeptisch auf den Jakobsweg nach Santiago de Compostela gemacht hat. Zu Fuß mit Rucksack. Er machte sich auf einen Weg, der ihn aus der Unruhe und dem Trubel seines Alltags führen sollte, da er mit seinen Kräften am Ende war. 

Sein „Ich bin dann mal weg“ hieß für ihn: ich bin nicht erreichbar. Ich will raus aus dem Rhythmus, der mich sonst bestimmt. Raus aus Terminen und Verpflichtungen. Nicht erreichbar für Kollegen, Freunde und Familie. Einfach nur alleine sein mit sich selbst, die Stille genießen, die Unabhängigkeit auskosten, keine Verpflichtungen zu haben. Und dieser Weg beschenkte ihn mit einer Fülle wertvoller Erfahrungen. Und trotz der körperlichen Anstrengung konnte sich seine Seele erholen.

„Ich bin dann mal weg“ hätte auch Jesus sagen können, wenn er sich zum Gebet zurück zog. Da waren nicht nur die 40 Tage in der Wüste, sondern immer wieder zog er sich zum Gebet zurück, um ganz bei sich selbst und seinem himmlischen Vater zu sein und daraus neue Orientierung zu finden und Kraft zu schöpfen.

Auch ich bin dann mal weg! Ich werde versuchen, meinen Urlaub nicht zu voll zu packen mit Besichtigungen, Programm und Unternehmungen. Sondern ich möchte mir ganz bewusst auch Zeit nehmen zum nichtstun, für Stille, Schweigen und Gebet. Ich möchte Wanderungen etwas kürzer halten, damit ich öfter stehen bleiben kann, um diese wunderbare Schöpfung wahrzunehmen und Gott zu danken. Ich möchte mich im Laufe des Tages mindestens einmal ganz zurückziehen, um ganz bei IHM zu sein, weil ich mich selbst dort finden werde. Ich bin dann mal weg!

Andreas Schuh, Gemeindereferent

Titelbild des Gemeindebriefs: FOTOLIA, MarkoVS87