St. Bonifatius Wiesbaden

Wichtig ist das Kennenlernen

Benjamin Dahlhoff
Gut besucht war der Begegnungsabend in St. Elisabeth am 3.12.2014. Foto: Benjamin Dahlhoff

Gut besucht war der Begegnungsabend in St. Elisabeth am 3.12.2014. Foto: Benjamin Dahlhoff

Wiesbadener Katholiken treffen sich mit Christen des Orients

WIESBADEN, 3.12.2014. Im Gemeindesaal der katholischen St. Elisabeth-Kirche trafen sich am Mittwochabend rund 80 Christen aus Syrien mit interessierten Christen aus Wiesbaden. Die Veranstaltung, welche gemeinschaftlich ausgerichtet wurde von der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius, der katholischen Erwachsenenbildung, der Caritas und der Familienbildungsstätte hatte zum Ziel, einen Dialog zwischen den Syrischen Christen, viele von ihnen Flüchtlinge, und den Gemeindemitgliedern in Wiesbaden herzustellen.

Angeleitet vom Leiter der katholischen Erwachsenenbildung Dr. Frank van der Velden, Gemeindereferent Heiko Litz, Sabina Fischer (Caritas) und dem Subdiakon der Syrisch-Orthodoxen Gemeinde Johannes Sahin, diskutierten drei Gruppen über die Themen „Willkommenskultur in unseren Gemeinden“, „Kultur und Spiritualität der Christen des Orients“ und „Angebote und Initiativen in der Flüchtlingshilfe“. Dazu gab es ein reiches Buffet mit orientalischen Spezialitäten.

Die Teilnehmer berichteten über ihre Erfahrungen und sprachen über ihre Wünsche. Dabei wurde sehr schnell klar, dass eine wichtige Voraussetzung für den Dialog und gegenseitige Hilfe ist, dass die Menschen sich kennenlernen und vernetzen. „Das muss weiter gehen. Die Gemeinden und Institutionen müssen sich [weiter] vernetzen“, sagte Heiko Litz in seinem Schlusswort. Subdiakon Johannes Sahin ergänzte, dass Hilfe von der Allgemeinheit kommen müsse und nicht nur etwas Privates sein dürfe das von Angehörigen allein geleistet würde. Dabei bezog er sich auf die Tatsache, dass viele Familien ihre Angehörigen über Selbstverpflichtungserklärungen gegenüber der Ausländerbehörde ins Land holen. Diese Familien stehen dann oft vor dem Problem, dass sie die Versorgung ihrer Angehörigen nicht auf Dauer selbst tragen können. Sabine Fischer betonte, dass Familienpatenschaften ein gutes Mittel seien, um Vernetzung vor Ort und Sprachkompetenz zu fördern. Es bestünde außerdem sehr hoher Bedarf an Strukturen und Wohnraum. Frank van der Velden erklärte den hohen Stellenwert von christlicher und sprachlicher Identität für die syrischen Christen in Deutschland.

Befragt nach ihrer Meinung zur Veranstaltung antworteten viele der Teilnehmer, dass diese sehr wichtig und gelungen war. Die Veranstalter zeigten sich überzeugt, dass der Abend ein guter Start zum Aufbau einer Willkommenskultur in den Gemeinden in Wiesbaden war.

Interessierte Helfer können sich wenden an: Heiko Litz

Benjamin Dahlhoff