St. Bonifatius Wiesbaden

Freude am Glauben nicht verlieren

Gesichter der PfarreiBenjamin Dahlhoff

Generalvikar schreibt den Gläubigen des Bistums zum Advent

Wolfgang Rösch. Foto: 2012 Benjamin Dahlhoff

Wolfgang Rösch. Foto: 2012 Benjamin Dahlhoff

(Meldung des Bistums Limburg vom 14.12.2013) LIMBURG - Die herausfordernde Situation und die Probleme im Bistum Limburg sind nach Auffassung von Wolfgang Rösch kurzfristig nicht zu lösen. Dies hat der Generalvikar für das Bistum in einem Brief an alle Gläubigen der Diözese zum dritten Advent deutlich gemacht: Unbefangenheit, Vertrauen und das Gespür für das rechte Maß seien beschädigt. "Wenn sich unsere Lage beruhigt oder heilt, dann nur, wenn es gelingt, Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen. Das braucht Zeit und verlangt gemeinsame Erfahrungen", schreibt Rösch. 

In seinem Brief lässt Rösch die Empfänger teilhaben an dem, was ihm Hoffnung gibt und weiß sich mit Priestern, den Seelsorgerinnen und Seelsorgern und allen die die Leidenschaft für das Evangelium teilen, verbunden. Der Generalvikar für das Bistum verweist auf das Schreiben des Heiligen Stuhls vom 23. Oktober und nennt das Handeln Roms klug. "Unsere Situation wird sehr genau wahrgenommen. Dazu dienen auch viele direkte Gespräche, welche Vertreter der Diözese führen", so Rösch. Der Bischof habe sich dem Heiligen Vater anvertraut und auch die Gläubigen sollten dem Papst vertrauen. "Für die Entscheidung wird auch wichtig sein, ob der Bischofsdienst als Dienst an der Einheit innerhalb der Diözese fruchtbar wieder aufgenommen werden kann", schreibt der Generalvikar. 

An der Situation reifen

Wolfgang Rösch bedauert es, dass die Freude am Evangelium für viele durch die öffentlichen Diskussionen und die herausfordernde Situation verstellt zu sein scheint. Gerade aber diese Freude, von der auch Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Evangelii Gaudium" spricht und die das Herz und das gesamte Leben derer erfüllt, die Jesus begegnen, dürfe keinem verloren gehen. Der Generalvikar weiß um die Not vieler Menschen in den Pfarreien, gerade bei denen, die sich selber mit der Kirche identifizieren. "Als Katholikinnen und Katholiken werden Sie an den Arbeitsplätzen angesprochen, Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die ohnehin keinen leichten Stand haben, müssen sich für ihre Überzeugung verteidigen, wer bei Kirche arbeitet oder ehrenamtlich engagiert ist, erntet nicht selten Spott, Menschen in der Erwachsenenbildung müssen ihre intellektuelle Redlichkeit doppelt beweisen", so der Generalvikar. Er danke allen für ihre Geduld, ihren Einsatz, ihr nachfragendes Mittragen und ihr aktives Gestalten von Kirche. Wolfgang Rösch bat darum, die Situation mit Selbstbewusstsein anzunehmen, denn niemand müsse sich für sein Engagement schämen. "Wer in Zeiten des Widerspruchs zu Überzeugungen stehen kann, der wird darin reifen. Darauf können Sie stolz sein", schreibt Wolfgang Rösch. Bei Menschen, die sich von der Kirche abgewandt haben, müsse es zu echten Begegnungen kommen und eine offene Kirche, wie sie Papst Franziskus fordert, müsse ein Zeichen der Annahme Gottes sein. Die Kirche dürfe sich nicht von den Menschen abwenden. 

Die eigentliche Herausforderung nicht übersehen

Der Generalvikar wünscht sich, dass die Gläubigen im Bistum Limburg unbefangen Weihnachten, das Fest der Menschwerdung feiern, können. Gott sei nicht in eine erlöste Welt gekommen, sondern habe die Welt erlöst, indem er sich in sie hinein begeben habe. Er habe sich ein Land ausgesucht, das zerrissen gewesen war und sich nach Frieden sehnte. "Ich wünsche mir so sehr eine Kirche, die davon geprägt ist, dass wir auch in schwierigen Umständen die Nähe zu den Menschen nicht aufgeben", so Rösch. Neben den aktuellen Fragen dürfe aber die eigentliche Herausforderung nicht übersehen werden. Der Christ müsse sich immer fragen, wie er das Abenteuer des Glaubens an Jesus Christus in der Gegenwart lebe. Christus sei das Vorbild für das Handeln. Der Geist der Bergpredigt, die beste Weise, sich inspirieren zu lassen. Denn der Glaube sei nur in Unbefangenheit mächtig, allein in der Wahrheit mache er frei und nur in echter Freude werde er fruchtbar. 

"Ich bin stolz auf unser Bistum mit seiner jungen Geschichte und seinen lebendigen Traditionen. Prägen auch Sie es weiter durch Ihre Persönlichkeit und ihren Glauben. Wir können an dieser Krise auch reifen", so Wolfgang Rösch. Wo Begegnung ohne Angst gelinge, finde man einen guten Weg. Niemand und nichts dürfe einem die Freude am Glauben nehmen.

Den gesamten Brief des Generalvikars können Sie hier nachlesen. (StS)