St. Bonifatius Wiesbaden

Mauritiusvesper

Feierliche Mauritiusvesper 2019 in St. Bonifatius

Aus dem Leben der Pfarrei, Gottesdienste, Musik Kultur KirchePhilippe Jaeck

Auftakt zum Stadtfest

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Das traditionelle Stadtfest Wiesbadens wird nun schon zum zweiten Mal von der feierlichen und ökumenischen Mauritiusvesper geistlich eröffnet. Oft wird vergessen, dass das Wiesbadener Stadtfest zugunsten des Heiligen Mauritius ausgerichtet wird, dessen Gedenktag der 22. September ist. Damit ehrt die Katholische Kirche in Wiesbaden den Patron der Stadt Wiesbaden und erinnert an ihn.

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Am Freitag, den 27. September folgten viele Gläubige und geladene Gäste der festlichen Vesper. Stadtdekan Klaus Nebel zelebierte die Vesper. Erzdiakon Mina Ghattas der Koptisch-Orthodoxen Kirche predigte über Flucht, Vertreibung und die Bedeutung der Kopten für das Christentum und die Christianisierung Europas in der späten Antike. Die Vesper war geprägt von wechselseitigen Gesängen zwischen Chor und Gläubigen. Die Fürbitten wurden in vielen Sprachen verlesen. So wurde auf vielfältige Weise der Tag der Flüchtlinge ebenfalls gedacht. Das Wechselgebet spiegelt das Leid wider:

Wechselgebet—Tag des Flüchtlings

Vorbeter:     Guter Gott, Wiesbaden, die Stadt in der wir leben, lädt zum Stadtfest. Wir freuen uns auf: Ausgelassene Freude, Gemeinschaft mit Nachbarn, frohe Heimat, in der wir leben …
Alle:                 Heimat ist, wo wir glücklich und frei sein können.

Vorbeter:     Einige von uns, sind in Wiesbaden geboren. Andere leben schon seit Kindheit und Jugend hier.
Alle:                 Heimat ist, wo wir Wurzeln schlagen.

Vorbeter:     Manche kamen über ihren Beruf, wegen ihrer Familie oder weil sie in Not waren …
Alle:                 Heute sind wir alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener.

Vorbeter:     Heute wohnen wir Tür an Tür mit Menschen aus vielen Kulturen. Wir erleben vielerlei Brauchtum und Lebensstile.
Alle:                 Es ist schön, Heimat zu haben, aber nicht selbstverständlich.

Vorbeter:     Wir denken heute an die Menschen, auch in unserer Stadt Wiesbaden, die erst nach langem und oft schwerem Weg hier bei uns Heimat gefunden haben:
Alle:                 Nachbarn, die fliehen mussten.

Vorbeter:     Nachbarn, die Gewalt erlebt und Verwandte verloren haben.
Alle:                 Nachbarn, die gar nicht so anders sind als wir.

Vorbeter:     Wir denken heute an den Heiligen Mauritius, der in früher Zeit verfolgt und getötet wurde, weil er an Christus geglaubt und diesen Glauben offen bekannt hat.
Alle:                 Hilf uns, Gott, heute für verfolgte Christen einzustehen.

Vorbeter:     Wir leben als Christen in Wiesbaden. Eine schöne und auch reiche Stadt. Gleichzeitig gibt es auch hier Armut und Benachteiligung, Einsamkeit und vielfache seelische Not.
Alle:                 Als Christen wollen wir die Not spüren.

Vorbeter:     Wir wollen versuchen zu helfen, wo wir können.
Alle:                 Wir wollen den Menschen in allen Lebenssituationen nahe sein.

Vorbeter:     Wir geben ihnen damit Zeugnis von Deiner Liebe, guter Gott,
durch Jesus Christus und den Herrn unserer Kirchen. Amen.

Text und Fotos: Philippe Jaeck