St. Bonifatius Wiesbaden

26. Dezember: Stephanus

Benjamin Dahlhoff

Am 2. Weihnachtsfeiertag gedenken wir des ersten christlichen Märtyrers, dem Heiligen Stephanus

Muss das denn sein? Gerade an Weihnachten? Alles ist in festlicher Stimmung. Nach der Hektik des Advents ist endlich wieder Ruhe eingekehrt. So soll Weihnachten sein: ruhig, friedlich und harmonisch. Da passt eine Steinigung wirklich nicht dazu.

Aber der Heilige Abend war keines Wegs so idyllisch, wie wir ihn gerne darstellen: Stille Nacht, Kerzenschein und Frieden. Nein – da musste eine hochschwangere Frau ihr Kind auf dem Feld gebären, weil keiner einen Platz für sie hatte. Schon bald mussten sie nach Ägypten fliehen, weil das Leben Jesu in Gefahr war. (Zum Glück hat damals keiner die Grenzen dicht gemacht!) Stephanus erinnert uns daran, was es heißt, als Christ zu Leben. Er hat auch unter Lebensgefahr seinen Glauben bekannt. Während wir uns auf ein schönes Weihnachtsfest vorbereiten, werden zu gleicher Zeit Christen weltweit verfolgt und getötet, in einem Maß, wie wohl niemals in der Geschichte zuvor. Ob Asien, Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa: Menschen werden benachteiligt, verfolgt und getötet für ihren Glauben an Christus. In Westeuropa war das Christsein in den letzten Generationen relativ leicht zu leben. Umso mehr dürfen wir die verfolgten Christen nicht vergessen und müssen sie unterstützen. Der heilige Stephanus am 2. Weihnachtsfeiertag mahnt uns. 

Wir würden unsere Schwestern und Brüder verraten, wenn wir ohne Stephanus Weihnachten feierten.

Andreas Schuh, Gemeindereferent

Bild: „Speyerer Dom, Steinigung Stephanus, 1850“ von Joachim Specht. Gemeinfrei