Keiner wohl hat es gewagt, so den Lebens- und Glaubensstil Jesu eins zu eins neu zu leben wie dieser Minnesänger aus der Toskana (1181/82 – 1226). Alles stellte Francesco nun auf den Kopf – ganz im Sinne der Friedensbotschaft der Bergpredigt. Nur Gewaltverzicht führt zu wahrem Leben, und das muss solidarisch und mitgeschöpflich sein.
Womöglich hat sich der Verrückte aus Assisi sogar selbst in einer Art Liebesekstase die Wundmale Jesu beigebracht. Jedenfalls strahlt von ihm jene typisch biblische Weltbejahung und Berührbarkeit aus, die damals Europa aufmischte und bis heute in Atem hält: der Sonnengesang wird zum Protestlied, Laudato si zur ökologischen und sozialen Rettungsperspektive.
Referent: Dr. Gotthard Fuchs
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Foto: Dr. Simone Husemann