St. Bonifatius Wiesbaden

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Geistlicher Tag: Madeleine Delbrêl. Eine Mystik der Straße

  • Katholische Pfarrei St. Bonifatius, Gemeindesaal Luisenstraße 27 65185 Wiesbaden (map)

Herzliche Einladung zu einem Geistlichen Tag am Samstag, 28. März 2026, 10 Uhr bis 16 Uhr

Thema

Madeleine Delbrêl. Eine Mystik der Straße

Referent

Dr. Hans-Joachim Tambour, Kriftel

Schirmherrschaft

Dr. Gotthard Fuchs

Ort

Gemeindesaal St. Bonifatius, Wiesbaden
Luisenstraße/Ecke Friedrichstraße

Anmeldung

Dr. Dietlind Langner, Auf der Lützelbach 13, 35781 Weilburg
06471-2090; dietlind.langner@gmx.net

20 € Tagungsbeitrag
Niemand soll deswegen auf die Teilnahme verzichten müssen. Bitte wenden Sie sich an mich!

Für Begrüßungskaffee und Nachmittagskaffee mit Kuchen und Plätzchen ist weiterhin gesorgt

Das Mittagessen nehmen wir nach eigener Wahl und auf eigene Kosten in einem Restaurant in der Nähe ein.

Madeleine Delbrêl. Eine Mystik der Straße

Wie lässt sich in einer säkular gewordenen Welt glauben und Christsein leben, in einer Zeit, in der die bislang tragenden Formen der Kirche zu zerbrechen drohen? Madeleine Delbrêl hat auf diese Frage mit ihrem Leben geantwortet. Sie fand Gott nicht in den vertrauten Kirchenmauern, sondern mitten im

profanen Leben.

Anfänglich nahm ihr Leben eine ganz andere Richtung. Sie studierte in Paris Philosophie, war künstlerisch vielfach begabt und trat früh als Dichterin hervor, und geprägt von den intellektuellen Kreisen ihrer Zeit, bekannte sie sich als junge Frau zeitweise ausdrücklich zum Atheismus.

Doch mit zwanzig Jahren erlebte sie eine tiefe Gotteserfahrung, die sie später als ein Geblendetwerden von Gott beschrieb und die sie aus dem Dunkel ins Licht riss. Zunächst fühlte sie sich zum Karmel und zu einem kontemplativen Leben hingezogen, schließlich aber erkannte sie ihre Berufung darin, die Kontemplation mitten in der Welt zu leben. Nach ihrer Ausbildung zur Sozialarbeiterin zog sie 1933 mit zwei Gefährtinnen nach Ivry, einer kommunistisch regierten Arbeiterstadt bei Paris, wo sie den Alltag der Menschen teilte und ihr Haus zu einem Ort der offenen Tür wurde.

Ihre Texte sprechen von einer inneren Freude, die sie im Glauben gefunden hat und von einem Gehorsam, den sie mit einem Tanz vergleicht. Der Alltag ist für sie ein Ort der Begegnung mit Gott, dort, wo gearbeitet und gestritten, gelacht und gelitten wird, ist Christus da. Gerade die Nähe zu den Ungläubigen, so entdeckte sie, schärft und läutert den eigenen Glauben, und sie sprach von einer zweiten Konversion mitten in der Welt.

Was sie schreibt, ist von einer Sprache getragen, die nüchtern und glühend zugleich ist, oft nur wenige Zeilen lang und doch von einer Dichte, die zum langsamen Lesen zwingt. Ihre Worte klingen in unsere Zeit hinein, in der viele Menschen den inneren Zugang zur Kirche verloren haben. Madeleine Delbrêl zeigt mit ihrem Leben und ihren Schriften, wie christlicher Glaube auch in einer säkularen Welt gelebt werden kann.

An diesem Einkehrtag wollen wir Madeleine Delbrêl in ihren Schriften begegnen. Eine Auswahl ihrer Texte wird bereitgestellt.

Foto: gemeinfrei

Earlier Event: October 29
Ökumenischer Seniorenkreis
Later Event: November 1
Kirchenkaffee St. Michael