Liebe Gemeindemitglieder!
Der Sommer lädt uns zur Erholung und das Genießen der schönen Natur ein. Trotz vieler Sorgen im eigenen Leben, wie auch in der so beunruhigenden Situation in der Welt, sollten wir es nicht vergessen, die Seele auch baumeln zu lassen.
Baue ich in meinem Alltag Zeiten ein, in denen ich gelassen sein kann, nichts tun muss, Sorgen vergessen und den Moment genießen kann?
Gott will, dass es uns gut geht. Und wenn die Sorgen zu groß sind, um sie vergessen zu können, kann die Gewissheit, dass Gott immer mit uns ist, Kraft, Zuversicht und Hoffnung schenken. Vielleicht hilft doch ein Blumenduft oder der Gesang eines Vogels Freude und Trost von Gott zu spüren.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Monat Juni!
Ihre Sr. Katrina Dzene, Gemeindereferentin
Die Ruhe der Seele ist ein herrliches Ding und die Freude an sich selbst.
Johann Wolfgang von Goethe
Heiliger des Monats
Am 9. Juni gedenkt die Kirche des heiligen Ephräm dem Syrer. Er wurde um das Jahr 306 in Nisibis (heute: Nusaybin/Türkei) geboren.
Die Syro-Mesopotamische Christenheit war zu dieser Zeit, bedingt durch ihre multikulturelle Umgebung, theologisch divers aufgestellt.
Mit 18 Jahren wurde Ephräm getauft und im Alter von 30 Jahren zum Diakon geweiht.
Ephräm lebte zunächst als Einsiedler, danach erregte er Aufmerksamkeit durch sein soziales Wirken. Ephräm gründete eine Schule und gewann wegen seiner Weisheit und seiner Frömmigkeit großen Einfluss. Sein wissenschaftliches Hauptinteresse galt der Heiligen Schrift. Er schrieb dogmatische und moraltheologische Werke und veröffentlichte zahlreiche Schriften und Hymnen.
Seine an Symbolen reiche Sprache speiste sich aus der Bibel und der Natur, die für ihn die zweite Quelle der Offenbarung war.
Im Jahre 363 trat Kaiser Jovian im Grenzkonflikt die Stadt Nisibis an die Perser ab. Daraufhin verließ Ephräm zusammen mit vielen anderen Christen seine Heimatstadt und ließ sich in Edessa (heute: Şanlıurfa/Türkei) nieder. Ephräm führte bis zu seinem Tod seine Tätigkeit als Lehrer, Exeget, Polemiker, Prediger und als religiöser Dichter fort. Er starb am 9. Juni 373, zur Zeit des Kaisers Valens, in Edessa.
Ephräm der Syrer zählt in der Orthodoxen Kirche zu den Kirchenlehrern, in der katholischen erhielt er 1920 durch Papst Benedikt XV. ebenfalls diesen Titel.
Hier einige Zitate von ihm:
„Geheimnisvoll waltest du überall, Herr, und überall bist du verborgen. Ganz bist du nur Wunder, wo immer wir dich suchen.“
„Durch die Seele lebt der Mensch [...] Aber erst durch den Glauben, die Liebe und die Weisheit wird er mit der Gottheit vereint und nach ihrem Bilde gestaltet.“
Lachen ist gesund
Der Medizinstudent wird bei der Prüfung gefragt: „Was müssen Sie zuerst feststellen, wenn Sie zu einem Kranken gerufen werden?“
„Die Adresse!“
Geschichte
Das Lied des Vogels
Die Schüler hatten viele Fragen in Bezug auf Gott.
Sagte der Meister: „Gott ist das Unbekannte und Unerkennbare. Jede Aussage über ihn entstellt die Wahrheit.“
Die Schüler waren verwirrt. „Warum sprecht Ihr dann überhaupt von Gott?“
„Warum singt der Vogel?“, sagte der Meister.
Ein Vogel singt nicht, weil er eine Aussage machen will. Er singt, weil ihm ein Lied gegeben ist. Die Worte eines Gelehrten wollen verstanden werden. Den Worten des Meisters aber soll man lauschen, wie man dem Wind in den Bäumen lauscht, dem Rauschen des Flusses und dem Lied des Vogels. Sie werden im Herzen etwas wachrufen, was alles Wissen übersteigt.
Anthony de Mello
Bilder: Petr Přeučil / Pixabay;
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