St. Bonifatius Wiesbaden

40 Jahre Chor von St. Andreas

Musik Kultur KircheBenjamin Dahlhoff

Werner Seyfried über den Chor am Kirchort St. Andreas, der im November seit 40 Jahren besteht.

Am 1. Advent feiert der Chor von St. Andreas sein 40-jähriges Bestehen. Von Anfang an war der Chor ein liturgischer Chor und ist dieser Intention über die Jahre seines Bestehens treu geblieben. Der Chor singt daher in erster Linie im Gottesdienst, Konzerte sind eher die Ausnahme.

Generalprobe des Chors von St. Andreas vor der Orchestermesse am 23.9.2012. Bild: Benjamin Dahlhoff

Generalprobe des Chors von St. Andreas vor der Orchestermesse am 23.9.2012. Bild: Benjamin Dahlhoff

Die Proben begannen im November 1974 mit zunächst sechs Personen. Die Christmette war der erste Gottesdienst, den der Chor mitgestaltete. Schon das Jahr darauf zählte der Chor 15 Sängerinnen und Sänger, heute sind es rund 30 Frauen und Männer, die jeden Mittwochabend im Gemeindesaal von St. Andreas proben. Einige Mitglieder des Chores singen seit seiner Gründung mit. Es gibt für den Andreaschor keine Aufnahmebedingungen oder Qualitätstests, wie sie auch in vielen Laienchören heute leider offenbar für nötig gehalten werden. Im Gegenteil: Der Chor von St. Andreas hat immer wieder bewiesen, dass der Verzicht auf konzertante Höchstleistung musikalische Qualität, vor allem bei der musikalischen Gestaltung eines Gottesdienstes, keineswegs ausschließt. Denn das regelmäßige Singen von liturgischer Musik unterschiedlichster Schwierigkeit und die dadurch einsetzende Routine für die Sängerinnen und Sänger steigern das Niveau eines Chores fast unmerklich, ohne dass der Einzelne sich einem überfordernden Leistungsdruck ausgesetzt sieht. 

Bis heute singt der Chor regelmäßig in den Gottesdiensten in St. Andreas. Seit der Gründung der Pfarrei neuen Typs auch in St. Bonifatius und anderen Kirchorten. Das Rückgrat des Chorrepertoires sind Werke aus dem reichen Schatz der a-capella-Musik. Dazu zählen auch anspruchsvolle Kompositionen von Anton Bruckner oder Francis Poulenc. Ein Schwerpunkt des Chores ist die Musik von Palestrina, Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz. Erst im Januar dieses Jahres hat der Chor den Gottesdienst zum Fest der Bekehrung des Heiligen Paulus mit Werken von Monteverdi und vor allem der Symphonia sacra „Saul“ von Heinrich Schütz in der Bonifatiuskirche gestaltet. Eine große Tradition hat außerdem eine Aufführung einer Orchestermesse zum Gemeindefest von St. Andreas im September jeden Jahres. Im Rahmen eines Festgottesdienstes wurden beispielsweise Wolfgang Amadeus Mozarts Krönungsmesse oder Joseph Haydns Harmoniemesse aufgeführt. Zu den besonderen Höhepunkten zählte eine Aufführung der Messe in e-Moll von Anton Bruckner.

Werner Seyfried bei Generalprobe des Chors von St. Andreas vor der Orchestermesse am 23.9.2012. Bild: Benjamin Dahlhoff

Werner Seyfried bei Generalprobe des Chors von St. Andreas vor der Orchestermesse am 23.9.2012. Bild: Benjamin Dahlhoff

Neben den liturgischen Aufgaben trat der Chor auch immer wieder bei Konzerten in Erscheinung. So wirkte er bei den mitteldeutschen Heinrich Schütz-Tagen in Weißenfels mit und war einer der Chöre beim Friedensgebet nach dem 11. September 2001 im Pantheon in Rom. Aber auch einige Abende der Reihe „Text und Töne“ in St. Andreas gestaltete der Chor.
Am 29. November dieses Jahres, dem Vorabend des ersten Adventssonntags sowie des Festes des Apostels Andreas, dem Namenspatron der Kirche und des Chores, wird um 18 Uhr in einem musikalischen Gottesdienst für 40 erfüllte Jahre gedankt. Es werden Werke von Palestrina, Schubert und Bruckner erklingen. Am Ende des Gottesdienstes wird die Sakramentslitanei gebetet. Auch dies geschieht musikalisch: Chor, Solisten und Orchester von St. Andreas führen die Sakramentslitanei von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 243, auf – ein Werk, das in seiner Musiksprache an die Messe in c-Moll oder das Requiem von Mozart erinnert. Es singen Anke Stoschka Sopran, Barbara Schramm Alt, Jochen Elbert Tenor, Martin Stoschka Bass sowie Chor und Orchester von St. Andreas unter der Leitung von Werner Seyfried.