St. Bonifatius Wiesbaden

Lobe den Herrn meine Seele!

GemeindebriefBenjamin Dahlhoff
Carolin Enenkel

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ergeht, wenn Sie das erste Mal im Jahr im T-Shirt herumlaufen können und die warmen Sonnenstrahlen auf Ihrer Haut spüren. Ich merke dann immer: Das Leben, die Lebendigkeit und die sommerlichen Freuden haben mich wieder. Ich spüre neue Energie, freue mich daran und entdecke das jedes Jahr aufs Neue wieder so als sei es das erste Mal. Das nehme ich auch bei anderen wahr und diese Frühlingsfreuden stecken einfach an. Ein ganz simples Beispiel: Menschen, die nun mit ihrem Eis durch die Fußgängerzone laufen, zaubern anderen Passanten ein Lächeln ins Gesicht.

Vielleicht ist es das, was der Beter des Psalms 104 erlebt: „Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern… allen Tieren des Feldes spenden sie Trank… An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang. Du lässt Gras wachsen für das Vieh… in den Zedern bauen die Vögel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch.”

In diesen frühsommerlichen Tagen geht es mir genauso: Ich staune und staune über die Natur, über das Erwachen, über die Emsigkeit der Vögel, genieße es, am Morgen von ihrem Gezwitscher geweckt zu werden… und bin einfach nur dankbar, dass ich das erleben darf und kann. Ein Spaziergang in der erblühenden Natur weckt alle Lebensgeister und alle meine Sinne: Der Duft, der von den einzelnen Blüten ausgeht, die Farben, der Wind, der auf meiner Haut zu spüren ist, der Geschmack von frischen Erdbeeren, die Vögel… Doch Dankbarkeit und Staunen brauchen letztlich einen Adressaten, manchmal spüre ich das ganz deutlich, wenn mein Herz vor Freude und Dankbarkeit fast „platzt”.

Dieser Adressat ist für mich ganz klar Gott, denn in diesem Frühlings-Sommer-Erwachen merke ich: Da ist Gott ganz deutlich zu spüren, der Schöpfer, der Schenker, der das Leben in Fülle für uns alle möchte. So geht es auch dem Verfasser des Psalms, denn er schreibt ausdrücklich von Gott, der diese Welt mit all ihrer Pracht erschaffen hat und wendet sich direkt an ihn.

Vielleicht können auch wir in diesen Tagen immer mal wieder einfach nur „Danke” sagen angesichts der Fülle von Leben und Welt, der wir begegnen dürfen und in der wir Spuren Gottes entdecken können. Und einstimmen in den Lobgesang des Psalmisten: „Lobe den Herrn, meine Seele!”

Carolin Enenkel, Gemeindereferenti