St. Bonifatius Wiesbaden

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Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen, und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres.

Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.

Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht,

(so) wie (man in) eine Falle (gerät); denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.

Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

 
 

Im Evangelium vom ersten Adventssonntag wird uns ein Durcheinander der Naturgewalten angekündigt: die Kräfte des Himmels werden erschüttert und das Meer wird toben und donnern. Kein Wunder, dass die Menschen darauf verängstigt reagieren!

In der Antike glaubten die Menschen, dass die Veränderung von Himmelskörpern große Ereignisse ankündigt und/ oder begleitet. Auch hier steht ein großes Ereignis an: Die Wiederkunft Christi. Die ersten Christen rechnen mit einer plötzlichen, blitzartigen Erscheinung des auferstandenen Messias auf den Wolken des Himmels. Dieses Erscheinen leitet das Endgericht und die Erlösung der ganzen Schöpfung ein. Auf diese erneute Ankunft Christi warten auch wir heute noch. Die Adventszeit soll uns nicht nur auf Weihnachten, das Fest der Ankunft des Herrn in Jesus von Nazareth, erinnern. Sie bereitet uns auch auf das Wiederkommen des auferstandenen Herrn am Ende der Zeiten vor. Dann siegt das Gute für immer über alle zerstörerischen Mächte und die Gottesherrschaft wird vollendet.

Dem Evangelisten Lukas geht es nicht darum, dem Leser sachliche Informationen über das Weltende zu liefern. Er möchte uns bereit machen für die Begegnung mit dem Herrn. „Wachet und betet allezeit“ – das heutige Evangelium wirbt dafür, schon jetzt in unserem Leben aufmerksam für Jesus Christus zu sein, ihm in unserem Alltag Raum zu geben und unsere Aufmerksamkeit nicht von all unseren Sorgen und Ablenkungen von IHM weg ziehen zu lassen.

Wer sein Leben auf den Herrn hin ausrichtet und wachsam ist für das Wirken Gottes, der braucht keine Angst vor der Zukunft zu haben. Er kann der Angst eine starke Hoffnung an die Seite stellen und den Kopf erheben. Zuversichtlich kann er auf die erlösende Begegnung mit Christus am Ende des eigenen Lebens zugehen und auf die Vollendung der Gottesherrschaft und die Erlösung der ganzen Welt hoffen.

Wie sieht es bei mir aus: Glaube ich an Gottes Eingreifen in die Geschichte? Glaube ich an die Erlösung durch Christus – an meine eigene und die der ganzen Welt? Vertraue ich darauf, dass am Ende das Gute siegt?