St. Bonifatius Wiesbaden

Tür 16

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Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas

10In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun?

11Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.

12Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun?

13Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.

14Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!

15Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.

16Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

17Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.

18Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

 
 

Das Evangelium des 3. Adventssonntags schließt sich direkt an den Text der vergangenen Woche an. Johannes der Täufer ist die zentrale Person dieses Abschnitts. Er predigt Umkehr und tauft. Er sieht sich als Vorläufer des Messias und verkündet sein Kommen.

Das Evangelium beginnt mit der Frage der Taufwilligen an Johannes: „Was sollen wir tun?“ (V. 10) Angesprochen als Lehrer, antwortet er mit Unterweisungen. Die Frage nach dem eigenen Handeln wird drei Mal gestellt. Die Antworten darauf sind konkrete Handlungsanweisungen: den Besitz teilen, sich nicht auf Kosten anderer bereichern und auf Gewalt und Ausbeutung verzichten. Grundlage hierfür ist eine ernst gemeinte Umkehr, die sich in Gerechtigkeit, Solidarität und Respekt zeigt.

Im weiteren Verlauf des Textes findet ein Übergang von der ethischen Unterweisung (VV. 1-14) zur Messiaserwartung (VV. 15-18) statt. Das Volk geht davon aus, dass Johannes der Messias sei. Johannes aber betont drei Mal, dass Jesus viel stärker sei als er.

Die Fragen der Menschen, die sich von Johannes taufen lassen wollen, sind auch heute relevant, denn die Werte, die vermittelt werden, sind in der Gesellschaft der Gegenwart genauso gefragt wie damals.

Einen frohen dritten Advent
und eine gesegnete Woche.