St. Bonifatius Wiesbaden

Kirchort St. Bonifatius

Pastoralreferentin Stephanie Hanich

Pastoralreferentin Stephanie Hanich

Ansprechpartner

Anschrift

Katholische Pfarrei St. Bonifatius
Luisenstraße 27
65185 Wiesbaden

 

Die Bonifatiuskirche

Ansicht der Bonifatiuskirche vom Luisenplatz. Foto: Benjamin Dahlhoff

Die Bonifatiuskirche ist zentrale Pfarrkirche der Bonifatiusgemeinde und zugleich die katholische Stadtkirche von Wiesbaden.  An dieser Stelle entstand die erste katholische Kirchengemeinde Wiesbadens nach der Reformation (1517-1648). Im Juni 1828 wurde die erste Bonifatiuskirche gebaut, die 1831 aber einstürzte. Die heutige Bonifatiuskirche wurde 1849 durch den Bischof von Limburg, Peter Josef Blum geweiht.

Die Kirche St. Bonifatius ist, obwohl sie erst 1845 bis 1849 erbaut wurde, das älteste Gotteshaus Wiesbadens, abgesehen von einigen Kirchen in eingemeindeten Vororten der Stadt. Der Entwurf stammt vom nassauischen Oberbaurat Philipp Hoffmann, dem Wiesbaden auch die Griechische Kapelle auf dem Neroberg verdankt.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Juni 1845, dem Tag des Hl. Bonifatius. Am 19. Juni 1849 weihte der Limburger Bischof Peter Josef Blum die neue Kirche, die damals noch nicht die heutigen 65 m hohen markanten Türme auf der Portalseite hatte – diese kamen erst 1866 hinzu.

Die Bauanlage bildet ein lateinisches Kreuz aus einem dreischiffigen, im Chor halbkreisförmig abschließenden Langhaus, das von einem ebenfalls dreischiffigen Querbau vor dem Chor durchschnitten wird. Romanische und gotische Bauformen sind miteinander verbunden. Das Mittelschiff einschließlich Chorraum ist 62 m lang und 24 m breit, das Querhaus hat eine Länge von 30 m und ist ebenfalls 24 m breit. Die Höhe des Innenraums beträgt 18 m.

Das Geläut besteht aus 6 Glocken. Drei Glocken aus Bornhofen aus dem 19. Jahrhundert in den Tönen d’, fis’ und g’. 1962 kamen drei weitere Glocken hinzu, die 60 Zentner schwere Josefsglocke mit dem Ton h°, die 13 Zentner schwere Bonifatiusglocke im Ton a’ und die 8,4 Zentner schwere Mauritiusglocke mit dem Ton h’.
Die heute vorhandenen Kirchenfenster und Rosetten hat Maler und Glasbildner Johannes Beeck (Nettetal) entworfen, sie wurden in der Glasbildner-Werkstatt Derix in Taunusstein gefertigt. Sie haben die Sendung des Heiligen Geistes in die Welt von heute zum Thema.

Die Kreuzigungsgruppe, die sich im Chorraum befindet, hat der Biebricher Bildhauer Karl Hoffmann geschaffen. Von ihm stammen auch die beiden Statuen in den Arkadenbögen des Chorraumes zu beiden Seiten des Altares, Hl. Franziskus von Assisi und Hl. Theresia von Avila.

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Die Sakristei befindet sich im Chorumgang, daran schließen sich zwei Kapellen an: die Taufkapelle und die Sakramentskapelle. Die Inschrift des modern gestalteten Tabernakels in der Sakramentskapelle lautet “Hic est panis qui de coelo descendit”, dies heißt übersetzt “Hier ist das Brot, das vom Himmel herab kommt”. Ein schmiedeeiserner Leuchter symbolisiert den brennenden Dornbusch (2. Buch Mose).

Erwähnenswert sind des Weiteren die als mittelalterliche Fresken gestalteten Bilder des Kölners Elmar Hillebrand aus dem Jahr 1985 und die Kapitelle der acht Säulen, sie sind zwischen 1981 und 1990 entstanden und das Werk von Walter Hutz, einem Schüler Hillebrands. Sie erinnern in ihrer Gestaltung zwar an die Kapitelle romanischer Kirchen, haben jedoch durchaus moderne Themen wie die Partnerschaft der Pfarrei St. Bonifatius mit Gemeinden in Peru oder die neue Orgel von St. Bonifatius.

Der Hauptaltar ist ebenfalls von Elmar Hillebrand gestaltet mit Bronzetafeln, die Bilder aus der Heilsgeschichte zeigen. Auf der Vorderseite beispielsweise sind Kreuzigung und Auferstehung zu sehen, hier entwickeln sich aus dem Kreuzesstamm Ranken und Knospen, Blätter und Blüten.
Die Altarbilder der beiden Seitenaltäre zeigen den Hl. Bonifatius, gemalt vom Düsseldorfer Maler Alfred Rethel, und ein Marienbild, das Eduard von Steinle geschaffen hat.
Links neben dem Haupteingang befindet sich die Pietà, das Werk eines unbekannten Künstlers. Jeden Tag werden an dieser Stelle von Besuchern der Kirche viele Kerzen angezündet.
Der Kreuzweg in 15 Stationen aus Terrakotta an den Längswänden des Kirchenschiffes stammt von der Künsterin Lore Friedrich-Gronau aus dem Jahr 1991.

Die 1954 von Romanus Seifert/Kevelaer erbaute Orgel mit (III/36) erwies sich als für den Raum mit seinen 9 (!) Sekunden Nachhall als zu klein. 1985 wurde die Orgel durch die Firma Hugo Mayer unter Verwendung des vorhandenen Pfeifenmaterials neu erbaut. 1995 erhielt sie drei elektronische Bassregister (16′ Violon, 32′ Subbass, 32′ Bombarde). Die Traktur ist mechanisch, die Manualkoppeln elektrisch. Die Nachhallzeit prädestiniert die Orgel für symphonische Musik.